Gestohlene Facebook-Daten zu Kontaktbörse verarbeitet

Dass die Millionen an Benutzern des Online-Netzwerkes Facebook ihre persönlichen Daten größtenteils der ganzen Welt frei zur Verfügung stellen, sollte inzwischen weithin bekannt sein. Doch bisher konnte kein praktisches Beispiel angeboten werden, das ihnen die Tragweite der mangelhaften Privatsphäre-Einstellungen vor Augen führt. In diese Kerbe schlägt nun das Projekt “Face to Facebook”, das aus den gestohlenen Daten aus einer Million Facebook-Profile vollautomatisch eine Kontaktbörse erstellt hat.

Die frei zugänglichen Fotos wurden gespeichert und mittels einer Gesichtserkennung in Geschlechter und Kategorien wie “lässig”, “sanft”, “lustig” oder “spießig” eingeordnet. Gemeinsam mit den tatsächlichen, offen zugänlichen Personendaten (und natürlich dem Beziehungsstatus “single”) wurden sie unter dem Namen “Lovely-Faces” zu einer Kontaktbörse aufgebaut, die laut den selbsternannten Künstlern dem Prinzip von Facebook selbst auf eine direktere Art und Weise entspricht: Menschen sollen allein durch ihr virtuelles Auftreten neue Kontakte mit Unbekannten knüpfen.

Ziel des Projektes war es, das blinde Vertrauen der Nutzer in Facebook zu brechen: Man würde dazu tendieren, so die Entwickler, die Konsequenzen des sozialen Netzwerkens auch nur im Bildschirm zu erwarten. Das Projekt beweist, dass potenzielle Datensammler mit einfachsten Mitteln die persönlichen Daten von Millionen Menschen auf einmal auslesen könnten – die Konsequenzen müssten sich nicht auf ein harmloses Kunstprojekt beschränken.

Das Projekt “Face to Facebook” ist der dritte Streich einer Serie, die sich zur Aufgabe gemacht hat, auf kreative Weise die Funktion riesiger Online-Unternehmen in Frage zu stellen: Zuvor benutzten die Entwickler die Online-Buchsuche des Versandhauses Amazon, um komplette Bücher zu extrahieren und gratis zu verteilen. Auch der Gigant des Internets, Google, kam nicht ungeschoren davon: Das Projekt “Google will eat itself” benutzte das Geschäftsmodell von Google s Text-Werbung, um durch autmatisierte Websites und Werbeaufrufe Geld zu generieren – und damit Google-Aktien zu kaufen.

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