„Zurück zu Österreich“ für die Jugend kein Tabu

Nach langer Zeit hat sich mit dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf wieder ein Politiker des Südtirol-Themas angenommen. Der Aufschrei der politischen Konkurrenz war groß. Für Rote und Grüne war offenbar das Auffinden des Namens Graf in einer Zeitungsüberschrift ausreichend, um die stets griffbereit abgelegten Rücktrittsaufforderungen einmal mehr auszusenden. Etwas differenzierter die Volkspartei, die sich wenigstens inhaltlich mit der Forderung auseinandersetzt – im Norden wie im Süden Tirols.

Aus der Art schlägt da nur der "Alte Mann" der ÖVP, Andreas Khol, mit einer dumpfen Rücktrittsaufforderung an Graf. Was Khol am Selbstbestimmungsrecht so sehr fürchtet, bleibt unklar. Vielleicht meint er ja nur, die Südtirol-Frage sei nicht mehr modern genug und dürfe daher nicht mehr diskutiert werden.

Die Jugend in Österreich hat offenbar weit weniger Probleme mit einer offenen Diskussion als der ÖVP-Senior. In einer Umfrage der Online-Plattform chilli.cc aus dem Oktober 2007 zeigt sich, dass mehr als die Hälfte der aktuell fast 5000 Umfrage-Teilnehmer die Rückkehr Südtirols zu Österreich entweder klar fordern oder sich diese nach Klärung der Modalitäten zumindest gut vorstellen können. Chilli.cc nennt sich "Europas Jugendseite – jung, scharf unabhängig".

So völlig deplaziert wie die Schwarz, Rot, Grün und Orange meinen, ist die von Martin Graf angestoßene Diskussion also nicht. Es kann übrigens noch abgestimmt werden.

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