Private Militärunternehmen: Die neuen Söldner

BremerMit der Ausformung der Nationalstaaten und der Schaffung von Volksheeren verschwanden Söldner – Soldaten, die jedermann für Geld mieten konnte – größtenteils aus dem Kriegsgeschehen. Seit Ende des Kalten Krieges erleben private Militärunternehmen eine ungeahnte Renaissance und sind derzeit praktisch an allen Kriegsschauplätzen dieser Erde im Einsatz. Private Militär- und Sicherheitsdienste sind inzwischen ein ungemein lukrativer Geschäftszweig, der Marktwert dieser Unternehmen wird auf über 100 Milliarden Euro geschätzt, und sie sind in über 50 Staaten tätig.

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Der ehemalige US-Vertreter im Irak, Paul Bremer, wurde ebenso wie irakische
Regierungsmitglieder vom privaten Sicherheitsdienst Blackwater geschützt.
Foto: U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Ashley Brokop / Wikimedia

Nach den großen globalen Umbrüchen der Jahre 1989 bis 1991 reduzierten nahezu alle Armeen der Welt ihre Truppenstärke. Unzählige Berufssoldaten, darunter viele Angehörige von Spezialeinheiten, wurden so arbeitslos. Gleichzeitig wurde die Welt allerdings nicht friedlicher, eine Vielzahl an regionalen Konflikten ist seither ausgebrochen. Großer Nachfrage an militärisch ausgebildeten Kräften stand damit ein entsprechendes Angebot gegenüber. Das Anfang April erscheinende Unzensuriert-Magazin widmet den modernen Söldnern einen ausführlichen Bericht, beleuchtet deren Einsatzgebiete in den letzten zwanzig Jahren und behandelt die heikle Frage nach den völkerrechtlichen Konsequenzen.

Die Aufgabengebiete der privaten Militärunternehmen sind höchst unterschiedlich. Grob lassen sich vier Gruppen unterscheiden:

Militärische Kampftruppen: Die als Private Military Companies (PMC) bezeichneten Unternehmen bieten ihren Kunden die Durchführung direkter Kampfeinsätze an. Sie können dazu kleinere Einheiten von Spezialisten wie Kampfpiloten, Scharfschützen oder Kommandosoldaten, aber auch ganze Kampfverbände in den Einsatz schicken.

Sicherheitsdienste: Private Security Companies (PSC) übernehmen verschiedene Sicherungsdienste wie Objekt- und Personenschutz, Begleitung von Nachschubkonvois und ähnliches. Im Gegensatz zu PMCs ist ihre primäre Aufgabe daher eher defensiv einzustufen.

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Beratungsdienste: Military Consultant Firms (MCF) bieten die Ausbildung von Streitkräften, taktische Schulungen für Offiziere und andere Beratungsleistungen im militärischen Bereich an.

Nachschub, Logistik und Waffentechnik: Military Support Firms (MSF) bieten diverse Leistungen im Bereich der Logistik im weitesten Sinn vom Betrieb und Verwaltung von Stützpunkten über Wartungsaufgaben bis hin zu elektronischer Aufklärung an.

Mehr zu diesem Thema im Unzensuriert-Magazin, das unter [email protected] bestellt werden kann. Abopreise hier.

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