Gesamtschule: Wunderwaffe oder Rohrkrepierer?

 Rosenkranz und KrausUnter diesem Motto stand am 29. März eine Veranstaltung des FPÖ-Bildungssprechers Dr. Walter Rosenkranz in Kooperation mit dem Freiheitlichen Bildungsinstitut (FBI) über die Gesamtschule. Festredner war nach einer Begrüßung von FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache der prominente Gesamtschulkritiker Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes (DL) sowie Schulleiter eines Gymnasiums bei Landshut.

Rosenkranz und Kraus

Rosenkranz und Kraus

FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz lud den Präsidenten des
Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, zu einem Vortrag ein.
Foto: Unzensuriert.at

In seinem Vortrag räumte Kraus mit zahlreichen "Propagandalügen" über die Gesamtschule auf, die sich de facto in Jahrzehnten ihrer Existenz niemals bewährt hat. Mit einer über 30-jährigen Erfahrung als Pädagoge stellte er zahlreiche Vergleiche zwischen der Gesamtschule, wie sie in einigen deutschen Bundesländern bereits einen fixen Bestandteil der Schullandschaft ausmacht, und dem klassischen Gymnasium an. Versatzstücke linker Reformpädagogik, die der Gesamtschule das Wort reden sollten, konnte Kraus anhand einer langen Reihe empirischer Studien mühelos entkräften. Jüngstes Beispiel etwa eine offenbar bewusste Lüge des Grünen Bildungssprechers Harald Walser, der in der Wiener Stadtzeitung Falter geschrieben hatte, österreichische Gymnasien würden nicht einmal den finnischen Durchschnitt erreichen. Tatsächlich lagen sie jedoch bis zu 30 Punkte vor den finnischen Schulen. (Über Walsers äußerst subjektive Wahrnehmung wurde auf unzensuriert.at auch schon an anderer Stelle berichtet, da sich dieser während einer Parlamentssitzung laut damit gebrüstet hatte, wo er überall Schulvisitationen unternommen habe. Tatsächlich wurde er aber nur in eine einzige Schule in der Steiermark eingelassen und in Wien sogar ausgeladen.)

Gesamtschüler haben drei Jahre Rückstand

Deutsche Gesamtschulen schnitten bisher bei allen nationalen und internationalen Vergleichsstudien deutlich schlechter ab als die Gymnasien, ihre Schüler hinken im Durchschnitt in ihrer Reife den Gymnasiasten um 3 Jahre (!) hinterher, und das trotz einer besseren finanziellen und personellen Ausstattung. Eine Studie, die bereits 1988 durchgeführt worden ist, kam zum Ergebnis, dass leistungs- und begabungsstarke Schüler im Gesamtschulunterricht an Leistung abbauten, während andererseits auch Begabungsschwache nicht vom egalisierenden Unterricht profitierten, und dies trotz vergleichbarer sozialer Provenienz der Schülerschaft.

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Josef Kraus

Josef Kraus

Josef Kraus entlarvte die Gesamtschul-Propaganda.
Foto: Unzensuriert.at

Auch die PISA-Erfolge Finnlands sind nicht auf das Gesamtschulsystem zurückzuführen, sondern auf andere Faktoren. So beträgt der Migrantenanteil an der finnischen Bevölkerung nur vergleichsweise magere 1,2 Prozent. Kinder, bei denen vor der Einschulung Sprachdefizite festgestellt werden, erhalten einen speziellen Förderunterricht. Fakten, welche die Gesamtschule unter einem schlechten Licht darstellen, bleiben aber oftmals gänzlich unerwähnt.

Selbst freiheitlichem Gedankengut normalerweise fernstehende anwesende Lehrerinnen und Lehrer konnten Kraus' anschaulichem Vortag nur nickend zustimmen. Die ebenfalls eingeladenen Bildungsjournalisten blieben dem Ereignis erwartungsgemäß fern, da "nicht sein kann, was nicht sein darf." Eine Taktik des Ignorierens von Fakten, die an Poppers „orakelnden Irrationalismus“ erinnert, bei dem Gefühle und Leidenschaften über Denken und Erfahrung dominierten. In Anlehnung an den zeitgenössischen deutschen Philosophen Hermann Lübbe spricht Kraus auch vom "Moralismus als Versuch, Wissenschaft und Empirie durch Moralisieren unschädlich zu machen.“

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