Im Unzensuriert-Handytest: T-Mobile Call&Surf Austria

Schon aus dem ersten Test (A1 Xcite Zero) geht klar hervor: Wer sich dank großer Inklusiv-Kontingente in Sicherheit wiegt, kann irren. Kinder und Jugendliche tappen oft durch exzessives Telefonieren oder SMS-Schicken in die Kostenfallen, die in fast jedem Tarif lauern. Der Unzensuriert-Handytest prüft als zweiten Kandidaten unter den Jugendtarifen den T-Mobile Call&Surf Austria.

Hier wirbt der Anbieter mit einem 20%igen Rabatt auf die Grundgebühr für alle unter 27. Zudem gibt s in der Vorweihnachtszeit 6 Monate Grundgebühr geschenkt. Es gibt 1000 Freiminuten in alle Netze und nach deren Verbrauch noch einmal 1000 Minuten zu T-Mobile, dazu 1000 Frei-SMS und 1 Gigabite zum Surfen im Internet. Kostet monatlich 31,20 Euro Grundgebühr. Alternativ werden eine kleine Variante (Call&Surf Easy für € 7,20) und ein noch größeres Paket (Call&Surf Europe für € 39,20) angeboten. Die Tarifübersicht im Internet ist klar und einfach und verzichtet weitgehend auf Kleingedrucktes, dafür fehlt auch jeder Hinweis auf die Kosten nach Ausschöpfen der Kontingente bzw. sonstige Kosten. Um die zu finden, muss man direkt in die Tarifübersicht gehen. Dort bemerkt man auch, dass es dieselben Leistungen derzeit auch für nur € 19,50 monatlich gibt. Von den Jugendlichen wird mehr kassiert, weil T-Mobile ihnen ungefragt noch ein Apple I-Phone dazugibt, das sich nicht in den Einmalkosten, sondern in der monatlichen Gebühr niederschlägt.

Vorteile:   1000 Minuten in alle Netze gratis, zusätzlich 1000 zu T-Mobile
                 1000 SMS in alle Netze
                 hohes Datenvolumen (1 GB)
                 Mehrwertnummern und SMS sind bei Jugendtarifen automatisch gesperrt
                 € 49,90 Bonus bei online-Vertragsabschluss
                

Nachteile: Vergleichsweise hohe Grundgebühr
                
Lange Mindestvertragsdauer von 24 Monaten, davon aber derzeit 6 gratis
                 Zu den ersten 1000 Freiminuten zählen auch T-Mobile-Gespräche

Wir nehmen an, unser Kind gebraucht sein Handy häufig und lang: 500 Minuten und SMS zu A1, je 300 zu T-Mobile, je 200 zu Orange und Telering und je 100 zu Drei. Dazu wird im Internet gesurft: 150 MB Datenvolumen im Monat.

Wie fällt hier die Rechnung aus?  Von den gesamt 1300 Telefon-Minuten sind grundsätzlich 1000 kostenlos, von den 300 danach nur jene zu T-Mobile. Gemäß der sonstigen Verteilung nehmen wir an, dass 75 der 300 Minuten zu T-Mobile gehen, bleiben 225 zu bezahlen á 25 Cent macht 56,25 Euro fürs Telefonieren. Von den insgesamt 1300 SMS sind 300 zu zahlen – je 25 Cent, gesamt daher 75 Euro für die SMS. Internet-Surfen kostet nichts extra, weil sich unser Kind weit innerhalb des Limits bewegt. Dazu kommt noch die Grundgebühr von 31,20 Euro.

In diesem Monat zahlen die Eltern für ihr Kind also insgesamt € 162,45.
Die Berechnung erfolgte auf Basis der Tarifübersicht. Irrtum vorbehalten.

Weitere Fallen:
-) Die einfach zu aktivierende SMS-Empfangsbestätigung schlägt mit 5 Cent pro Stück zu Buche. In unserem Fall wären das noch einmal 65 Euro. Immerhin wesentlich günstiger als bei A1.
-) Warnungen bei Überschreiten der Gratis-Pakete sind nicht möglich. Die Eltern können den Verbrauch nur im Internet oder durch Senden eines SMS nachvollziehen. Oder im schlimmsten Fall bei Rechnungserhalt.

Fazit:
Der Tarif ist relativ einfach zu handhaben, weil sowohl Telefonieren als auch SMS netzunabhängig im Kontingent inkludiert sind. Ausgesprochen unangenehm fällt jedoch auf, dass Kinder und Jugendliche auf der Homepage direkt zu den teureren I-Phone-Tarifen geleitet werden und die günstigeren Alternativen dort nicht erwähnt werden. Auch die Zusatzkosten nach Ausschöpfen der inkludierten Kontingente sind dort nicht aufgeführt.

Beratung im T-Mobile-Shop:
Unser Testkunde war zufrieden. Positiv aus dem Gespräch hervorzuheben ist der Umstand, dass der Verkäufer auch auf Wertkarten-Tarife als Alternative aufmerksam gemacht hat. Für die 11jährige Nichte betrachtet unser Student das durchaus als vernünftige Alternative.

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