Club 2 heute: So links ist Österreich

Totengedenken„Wie rechts ist Österreich?“ fragt heute Abend einmal mehr der Club 2 (23 Uhr in ORF 2). An sich könnte sich die Redaktion die Frage selbst beantworten, wenn sie kurz nachrechnet, wie schnell sie die drei linken Diskussionsteilnehmer gefunden hat und wie lange sie gebraucht hat, um zwei Rechte zur Teilnahme zu verpflichten. Aber die erneute Inszenierung der „rechten Gefahr“ muss als Schlussakkord einer einwöchigen medialen Sinfonie rund um ein Totengedenken von Waffenstudenten herhalten, wie auch immer die politische Realität in diesem Land tatsächlich aussieht.

Totengedenken

Totengedenken

Hundertschaften von Polizisten mussten das WKR-Totengedenken schützen.
So rechts ist Österreich?
Foto: nulleffekt.net / flickr (CC BY-NC-SA 2.0)

Dabei müsste man sich eher fragen, wie links Österreich ist, wenn Hunderte teils gewaltbereite Demonstranten dem Aufruf anerkannter Organisationen folgen und einer Gruppe von Burschenschaftern das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs verbieten wollen. Weil Angehörige eines Tätervolkes keine Opfer zu betrauern haben, zumal es sich bestenfalls um tote Täter handelt, auf die man vielleicht mit einem Glas Champagner anstoßen kann, wie dies die Grünen getan haben, aber sicher nicht ihrer in Würde gedenken.

Dazu passt der Medienhype um die Zusage und schließlich wieder Absage von FPÖ-Obmann HC Strache, der für die Rede beim Gedenken des Wiener Korporationsrings geplant war. Der Grund – ein Treffen mit patriotischen Politikern aus anderen europäischen Ländern – wurde zunächst nicht geglaubt. Politiker lügen schließlich gerne, und umso mehr die populistischen FPÖ-Politiker, zumal der gelernte Journalist (wie auch der Bürger) weiß, dass Politik sich niemals am Willen des Volkes orientiert, sondern nur gegen die Bürger betrieben werden kann. Wer anderes behauptet, ist verdächtig.

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Hinzu tritt der verzweifelte Versuch, einen Keil in die FPÖ zu treiben: zwischen das „Dritte Lager“ und die „Facebook-Jünger“ des HC  Strache. Dies daran festmachen zu wollen, dass das „Dritte Lager“ am 8. Mai ein Totengedenken organisiert, ist völlig verfehlt. Am Land erledigt das in der Regel mit größter Selbstverständlichkeit der Kameradschaftsbund – meist unter zahlreicher Teilnahme durch die Dorfjugend. Davon wissen jene Journalisten, die in der geschützten Wiener Werkstatt rund um den Spittelberg aufgewachsen sind, natürlich nichts. Und die, die irgendwann vom Land nach Wien gekommen und in den linken Zirkeln der Publizistik-Studenten hängengeblieben sind, wollen sich nicht mehr daran erinnern können.

Die heutige Diskussion ist dennoch empfehlenswert, denn sie wird wesentlich mehr über das Denken der Veranstalter aussagen als über den Gegenstand der Diskussion. Am Ende werden wir also wieder wissen: So links ist Österreich.

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