Ausgeraucht – Tabakfabrik Hainburg Opfer der EU-Konkurrenz

ZigarettenInsgesamt verlieren 240 Mitarbeiter in der Tabakfabrik Hainburg und 80 in der Wiener Zentrale ihren Job. Ein traditioneller Produktionszweig, der seine Wurzel noch tief in der Monarchie hatte, geht zu Ende. Den Mitarbeitern wurde allerdings eine faire Behandlung versprochen. Über einen Sozialplan soll gerade verhandelt werden, heißt es bei der Austria Tabak.

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Keine Zigaretten mehr aus Hainburg. Die Tabakfabrik sperrt zu.
Foto: pixelroiber / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Tabakregie war bis zum EU-Beitritt Inhaber des österreichischen Monopols auf Anbau, Verarbeitung und Vertrieb von Tabak und Tabakwaren. 2001 wurde Austria Tabak vollständig privatisiert und ein Jahr später, also 2002, erwarb Gallaher die Austria Tabak und wurde damit Marktführer in Österreich. Schließlich wurde 2007 die Übernahme der Gallaher Gruppe durch Japan Tobacco bekannt gegeben.

Die ehemaligen Austria-Tabak-Produktionsstätten in Schwaz, Fürstenfeld und Linz waren schon in den vergangenen Jahren geschlossen, hunderte Arbeitsplätze abgebaut worden.
Die Austria Tabak hat zuletzt kontinuierlich an Marktanteilen verloren, bis Philip Morris (Marlboro) 2010 erstmals die Marktführerschaft übernahm.

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Wettbewerbsfähigkeit in EU nicht gegeben

Da es die österreichische Steuerregelung den heimischen Firmen erschwere, in der internationalen Konkurrenz, vor allem in der mit den östlichen Nachbarländern, erfolgreich zu sein, sei die Schließung der Tabakwerke aus Sicht der FPÖ ein trauriger Anlass, erklärte Landesrätin und Landesparteiobfrau Barbara Rosenkranz. Sie fordert daher ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik.

Neuer Job bei Skylink?

Flughafen-Wien-Betriebsrat und Aufsichtsrat Heinz Wessely sagte den Mitarbeitern in der Tabakfabrik Hainburg Unterstützung zu. Zumindest 200 der 240 Betroffenen in Niederösterreich könnten laut NÖAAB am Flughafen im neuen Terminal Skylink einen neuen Job finden. Mit der bevorstehenden Eröffnung würden in einem ersten Schritt 80 bis 100 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, in weiterer Folge noch einmal so viele, kündigte Wessely. Für die Betroffenen spendet das zwar Trost und Hoffnung, insgesamt verpufft damit freilich der Impuls, den der sündteure Flughafen-Terminal im tristen niederösterreichischen Arbeitsmarkt setzen hätte können.

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