SP-Politiker fuhr mit Dienstwagen 600 km zu privater Feier

PanoschDer Umgang mit dem Geld der Steuerzahler zählt offenbar nicht zu den Stärken der Sozialdemokratie. Noch allen gut in Erinnerung ist die Affäre um den gestohlenen Dienstwagen der SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt 2009 in Spanien. Bundeskanzler Werner Faymann und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl „kaufen“ sich mit dem Geld der Bevölkerung teure Inserate und damit die Gunst der Verlage. Und jetzt gibt es in Salzburg den nächsten Skandal: SP-Vizebürgermeister und Sozialressortchef Martin Panosch missbrauchte seinen Dienstwagen für eine 600-Kilometer lange Fahrt zu einer privaten Geburtstagsfeier.

Gerade hat es auch in Wien wegen Dienstfahrzeuge Aufregung gegeben. Der Grünen-Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ist der Chauffeur davongelaufen, weil er von ihr angeblich schlecht behandelt wurde. Wo Rot und Grün regiert, herrscht soziale Kälte. Einmal mehr wurde das jetzt von Frau Vassilakou unter Beweis gestellt. Warum den Roten und Grünen der Umgang mit Menschen und Steuergeld so schwer fällt, kann nur so erklärt werden, dass die Damen und Herren in guter Stellung den Kontakt mit dem einfachen Bürger verloren haben.

Warum sonst passieren immer wieder solche Ausrutscher wie dem Stadt-Vize-Chef von Salzburg. Panosch hat zwar das Sozialressort über, doch das Gespühr für Moral hat er wohl verloren. Medial unter Druck geraten, findet Panosch nichts Verwerfliches an seiner unerklärlichen Aktion. Was ist passiert?

Keine Reue des SP-Politikers

Panosch

Panosch

Partytiger Martin Panosch setzte Dienstwagen und Chauffeur in Bewegung,
um das Fest seines Parteifreundes Brenner nicht zu verpassen.
Foto: radiofabrik / flickr (CC BY 2.0)

Der SPÖ-Spitzenpolitiker wollte keinesfalls die Party zum 40. Geburtstag seines Parteifreundes David Brenner verpassen, musste aber Mitte April –  wie beinahe die gesamte Spitze der Salzburger Stadtpolitik –  nach Meran. Auf der Tagesordnung stand ein festliches Delegiertentreffen der beiden Partnerstädte. Freitagmittag reiste ein Großteil der Salzburger Delegation mit einem angemieteten Bus nach Südtirol – unter ihnen Vizebürgermeister Martin Panosch. Der musste allerdings Samstagmittag schon wieder dringend weg. Samstagabend feierte nämlich Landeshauptmann-Stellvertreter David Brenner (SPÖ) im Gusswerk in Salzburg-Kasern seinen 40. Geburtstag.

Also ließ Martin Panosch seinen Dienstwagen kurzerhand nach Meran nachkommen, gelenkt von seinem offiziellen Chauffeur. Die Distanz Salzburg-Meran beträgt rund 300 Kilometer, hin und zurück sind es damit knapp 600. „Mir ist das auch nicht recht, wenn ich da einen Dienstwagen herumbeordern muss", rechtfertigt sich Panosch. „Es wäre mir lieber gewesen, dass es sich mit den Terminen anders ausgegangen wäre. Ich hätte auch mit dem Zug fahren können, aber das war von den Terminen her nicht möglich."

[adsense:468×60:9459532571]

Dabei gab es an diesem Samstagnachmittag eine Zugverbindung – in knapp sechs Stunden von Meran über Bozen und Innsbruck nach Salzburg. Bei einer Abreise gegen 13 Uhr wäre Panosch somit bis zum Abend in Salzburg gewesen. Der Vizebürgermeister betont, er habe sich den Fahrplan angesehen: „Es wäre sich zeitlich nicht ordentlich ausgegangen. Sonst hätte ich das gerne gemacht. Mir war es wichtig, dass ich beim 40. Geburtstag des Landeshauptmannstellvertreters dabei war, dass ein Vertreter der Stadtregierung dabei war,“ erklärte er gegenüber Medien.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link