Griechenland: Unmut der Bevölkerung bricht großflächig aus

Proteste in GriechenlandGriechenland scheint der erste Staat in Europa zu sein, in dem die unvermeidliche Euro-Krise sich auch direkt auf die Gesellschaft auswirkt. Bei all den europäischen Zwängen und dem finanziellen Druck bedurfte es nur eines kleinen Funkens, um den Griechen eine Möglichkeit zur Entladung ihres Zorns zu geben. Die zivilen Aggressionen köcheln schon seit Monaten – nun hat ein Raubmord an einem Familienvater den ersten größeren Krawall entzündet.

Ein 44-Jähriger Familienvater war mit seiner Videokamera auf dem Weg zum Krankenhaus, um dort die Geburt seiner jüngsten Tochter zu filmen. Dies wurde ihm zum Verhängnis. Eine Bande von drei (laut Augenzeugen) Ausländern rammte ihm, während er in seinem Auto an einer Kreuzung hielt, ein Messer in den Rücken und entwendete die Kamera. Der Mann verblutete hilflos.

Proteste in Griechenland

Proteste in Griechenland

Die Polizei hat große Mühe, die Proteste in Griechenland wie hier
am 5. Mai 2011 unter Kontrolle zu halten.
Foto: PIAZZA del POPOLO / flickr (CC BY 2.0)

In Kürze versammelte sich ein Pulk von mehreren hundert Griechen, der randalierend durch die Innenstadt Athens zog, Ausländer attackierte und sich eine Schlacht mit der Polizei lieferte. Zusätzlichen Zündstoff bot die bei den Protesten gegen die EU aufgetretene lebensgefährliche Verletzung eines Demonstranten durch die Sicherheitskräfte. Die Ausschreitungen nehmen kein Ende, immer mehr Bürger sammeln sich in Gruppen und randalieren.

Athens Bürgermeister Giorgos Kaminis sieht im Zuzug illegaler Einwanderer und im Anstieg der Kriminalität eine Zuspitzung der Lage, die sich in einem Bürgerkrieg entladen könnte. Die griechische Regierung verliert zunehmend an Kontrolle. Fotos und Videos, die aus Athen veröffentlicht werden, erinnern frappierend an die Ausschreitungen in den islamischen Ländern – werden aber im Gegensatz dazu nicht von der heimischen Presse bejubelt.

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Selbst die EU ist mittlerweile um die Lage Griechenlands besorgt, dessen Bevölkerung mittlerweile zu einem Zehntel aus Ausländern besteht. Man ist sich einig, dass Maßnahmen erfolgen müssen, doch blockieren immer schwerere Meinungsverschiedenheiten den gewünschten Fortschritt. Die nördlichen EU-Staaten sind es mittlerweile auch nach der veröffentlichen Meinung leid, weitere finanzielle Unterstützung zu leisten. Selbst der Zahlmeister Deutschland fordert eine Begrenzung der EU-Ausgaben. Die Europäische Kommission hingegen wird nicht müde, mehr und mehr Zahlungen von den funktionierenden Ländern zu verlangen. Der Druck auf die Bürger wird immer größer; der Ausbruch in Griechenland ist nichts als ein Vorgeschmack auf den unterdrückten Willen der Bewohner Europas.

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