Wer zahlte Hubschrauberflug von Landeshauptmann Pröll?

Der Grünen Vizebürgermeisterin in Wien, Maria Vassilakou, läuft der Chauffeur weg, weil sie ihn angeblich schlecht behandelt hat. Der rote Vize-Stadtchef  in Salzburg, Martin Panosch, missbrauchte seinen Dienstwagen für eine 600-Kilometer lange Fahrt zu einer privaten Geburtstagsfeier. Und der schwarze Landeshauptmann von Niederösterreich, Erwin Pröll, lässt sich per Hubschrauber von Termin zu Termin fliegen. Glaubt die Papageien-Koalition von Rot, Schwarz und Grün wirklich, dass die Wähler dies alles tolerieren?

Wie abgehoben Erwin Pröll agiert, stellte der NÖ Landeshauptmann schon mehrmals unter Beweis. Sein Ausraster gegen einen Pfarrer, der auf die soziale Ungerechtigkeit zwischen dem Verdienst der Bürger und dem Verdienst der Politiker hinwies, ist mittlerweile Kult. Jetzt ging der Landesvater erneut in die Luft – er ließ sich mit einem Hubschrauber von einem zum anderen Termin fliegen. Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang eines österreichischen Politikers. Zudem ist bis dato nicht geklärt, wer die Kosten dafür trägt.

„Flugticket“ für nicht einmal 50 Kilometer

Die ÖVP Niederösterreich hatte es zwar eilig zu behaupten, dass für diesen Hubschrauberflug von Nappersdorf-Kammersdorf nach St. Pölten kein Cent Steuergeld geflossen sei. Die Frage ist nur, wer hat diesen Flug dann bezahlt? Ein Lobbyist? die Volkspartei? Oder wurde das „Flugticket“ für die lächerliche Strecke von weniger als 50 Kilometern doch aus dem Spesen-Budget des Partei-Überfliegers bezahlt? Wer die Luxusreisen des Landeschefs finanziert, hat die ÖVP bis jetzt nicht bekannt gegeben. Weshalb sie sich sowohl die Volkspartei als auch Erwin Pröll Spekulationen gefallen lassen müssen.

Noble Zurückhaltung in den Medien

Scharfe Kritik am Verhalten von Pröll übt auch die SPÖ in Niederösterreich: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es eine Unverfrorenheit, wenn der höchste Repräsentant des Landes auf Steuerkosten durch das Land fliege, nur um möglichst viele Termine besuchen zu können, kritisiert der SPÖ-Landesgeschäftsführer Günter Steindl. Er fordert Pröll auf, Argumente auf den Tisch zu legen, warum dieser Flug gerade an einem Sonntag notwendig gewesen sei. „Hat er nicht ohnehin Chauffeure zur Seite stehen, die ihn täglich von A nach B führen können?“

Wenig überraschend die Zurückhaltung in den Medien über die Hubschrauberflug-Affäre. Waren am Tag des Fluges, am 15. Mai, noch kleinere Meldungen in Online-Medien zu finden (überraschend auch auf ORF.at), so suchte man tags darauf in den Printmedien vergeblich nach einem Artikel. Über Erwin Pröll schlecht zu schreiben grenzt ja an Majestätsbeleidigung – welches Medium, das von Inseraten-Einschaltungen abhängig ist, tut sich das schon an?

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