50.000 Euro für Migranten-Biografien

HundstorferKennen Sie die Online-Zeitung daStandard.at? Müssen Sie nicht. Dieses Medium wurde von derStandard.at ausschließlich dafür gegründet, um jungen Nachwuchsjournalisten mit Migrationshintergrund ein Forum zu bieten. Da wird dann über HC Strache hergezogen, Schimpfwörter, die man nicht sagen darf, werden veröffentlicht, und extrem linken Vereinen wird ein Forum gegeben. Die Regierung hat das Ganze mit 50.000 Euro gesponsert.

Hundstorfer

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Kanzler Faymann und Sozialminister Hundstorfer unterstützen daStandard.
Letzterer muss sich jedoch dort Kritik gefallen lassen.
Foto: SPÖ Presse und Kommunikation / flickr (CC BY-ND 2.0)

Presseförderung durch die Hintertür nennt man das wohl, was die ausschließlich von roten Ministern besetzten Ressorts mit der Subvention an daStandard.at machten. Bundeskanzler Werner Faymann gab 20.000 Euro her, Sozialminister Rudolf Hundstorfer beteiligte sich mit 12.000 Euro und Gesundheitsminister Alois Stöger gab 18.000 Euro in Form von Inseraten. Das haben die freiheitlichen Abgeordneten Josef Riemer und Harald Vilimsky in einer Anfrage im Parlament erfahren. Nicht mitgeteilt wurde den FPÖ-Politikern allerdings, wie viele Leser dieses Medium monatlich erreicht. Dass hier weiter Erklärungsbedarf besteht, zeigt der holprige Versuch Hundstorfers, darauf zu antworten: „Das gegenständliche Projekt http://dastandard.at ist auf http://derstandard.at verankert, wobei diese Seite monatlich 1.000.000 LeserInnen erreicht.“

Ein Forum für dubiose Vereine

Guter Versuch, Herr Minister. Doch, was hat das mit der Frage der FPÖ-Abgeordneten zu tun? Der ORF kann ja auch nicht sagen, dass sein Ableger TW1 die Zuschauerzahlen des Senders erreicht. Dass Hundstorfer kalte Füße bekommt, wenn Oppositionspolitiker nachfragen, wohin das Geld des Steuerzahlers verschwindet, ist nachvollziehbar, wenn man das Projekt daStandard.at näher betrachtet. Ursprünglich verfolgten die Macher dieser Internetseite die Idee, jungen Journalisten mit Migrationshintergrund ein Forum zu bieten. Mit dem Ziel, dass ein Mehrheitsmedium die Talente der Schreiber erkennt und diese dann engagiert. Betrachtet man die Online-Zeitung aber genauer, fällt auf, dass hier nicht nur junge Journalisten Biographien über Menschen mit Migrationshintergrund verfassen, sondern dass die Internet-Adresse vor allem auch dubiosen Vereinen zur Österreich-Beschimpfung dient.

„Sexuell frustrierte Karrierefrau“ sagt man nicht

So darf sich Cornelia Kogoj, Generalsekretärin der Initiative Minderheiten (1991 von Aktivisten aus dem Migrantinnen-, Lesben- und Schwulenbereich gegründet) in einem Interview über den Kärntner Ortstafelstreit auslassen: „Es ist eine Frechheit, bei international verbrieften und sich in Verfassungsrang befindlichen Rechten eine Volksabstimmung durchführen zu wollen.“ Yilmiz Gülüm schreibt in seinem Artikel mit dem Titel „Soll ich nach Österreich kommen?“: „Nicht viele scheinen die Taten Straches, Wilders’ und wie die Rechten Europas sonst noch heißen, zu kennen.“ Angela Magenheimer, Obfrau der Initiative „Ehe ohne Grenzen“ gibt im Artikel „Blankoscheck zum Landesrausschmiss“ Wortspenden zu den Auswirkungen des neuen Fremdenrechts auf binationale Paare und Familien.

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Immerhin scheint die Abhängigkeit vom Geldgeber noch nicht so stark ausgeprägt wie bei anderen Medien, denn unter dem Titel „Tschusch sagt man nicht“ kritisiert Oliver Stajic einen Leitfaden des Sozialministeriums, der eine plumpe Ansammlung derber Schimpfwörter enthält. Da erfährt der Leser, was man nicht sagen darf: „Sexuell frustrierte Karrierefrau“ zum Beispiel oder „Warmer“, „Neger, Tschusch, Kanak, Zigeuner“. Außerdem werden Journalisten vom Sozialminister explizit darauf hingewiesen, bei ihrer Berichterstattung auf folgendes zu achten: „Die Nennung der Herkunft ist dann rassistisch motiviert, wenn sie für ein Verbrechen nicht relevant ist, denn es wird davon ausgegangen, dass die Herkunft für die Straftat doch eine Rolle spielt.“

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