Zwei Jahre nach U-Bahn-Crash: Ermittlungen laufen noch immer

U-BahnDer Unfall im Jahr 2009 ging durch alle Medien: Ein Zug der U-Bahnlinie U2 raste bei der Wendeanlage Stadion in den Gleisabschluss. Durch die Kollision entgleiste der Steuerwagen der U-Bahngarnitur mit allen Achsen und wurde schwer beschädigt. Laut Insidern entstand ein Sachschaden von zwei Millionen Euro, der Zug war nagelneu. Mehr weiß man nicht, denn die Untersuchungen sind im Mai 2011 noch immer nicht abgeschlossen.

U-Bahn

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Beim Unfall im Februar 2009 wurde eine nagelneue U-Bahn schwer beschädigt.
Foto: akk_rus / flickr (CC BY 2.0)

„Wollen die Wiener Linien da etwas verschweigen?“, fragen Kollegen des Fahrers jenes Unglückszuges vom 18. Februar 2009, dem die Wiener Linien über die Medien ausrichten ließen, dass er nie wieder eine U-Bahn lenken werde. Doch nach einem halben Jahr, in dem er bei vollen Bezügen „spazieren ging“, durfte er wieder rein ins Fahrerhaus eines Zuges. Warum? Allein diese Tatsache lässt vermuten, dass das Fehlverhalten vielleicht nicht beim U-Bahn-Fahrer, dem sein Arbeitgeber zunächst sogar unterstellt hatte, eingeschlafen zu sein, sondern bei den Wiener Linien lag. Insider meinen sogar, dass einfache Sicherheitsmaßnahmen nicht eingehalten worden wären, dass z. B. die Geschwindigkeit in der Station zu hoch eingestellt gewesen sei – daher hätte der Zug einen zu langen Bremsweg gehabt. So hätte es bei der Wendeanlage Stadion bereits zwei Mal gekracht, erst dann hätten die Verantwortlichen reagiert und zum einen die Geschwindigkeit von 25 auf 15 km/h gedrosselt und zum anderen die Fahrer angewiesen, den Zug nicht automatisch, sondern händisch in die Wendeanlage zu leiten.

Unfallbericht im Herbst dieses Jahres

Vermutungen gibt es viele. Daher wartet man schon gespannt auf das Untersuchungsergebnis der VERSA (Verkehrssicherheitsarbeit für Österreich), die unter der Zahl BMVIT-795.133-II/BAV/UUB/SCH/2009 die Ursache des Unfalls feststellen soll. Aus dem Büro der zuständigen Infrastrukturministerin Doris Bures heißt es: „Der Unfallbericht der Unfalluntersuchungsstelle ist noch nicht abgeschlossen. Sobald das der Fall ist, voraussichtlich im Herbst dieses Jahres, wird der Bericht veröffentlicht und kann natürlich auf der Homepage von VERSA eingesehen werden.“

Moral-Apostel des Österreichischen Presserates

Während die Ministerin imstande ist, eine Anfrage zu beantworten, spielt sich der Pressesprecher der Wiener Linien, Answer Lang, schon zum zweiten Mal als Moral-Apostel im Namen (aber sicher nicht im Auftrag) des Österreichischen Presserates auf. Seine lächerliche Stellungnahme zur Unfall-Anfrage: „Nachdem sich seit unserem letzten Kontakt nichts an den Form der Berichterstattung geändert hat, die in wesentlichen Punkten auch dem Ehrenkodex des Österreichischen Presserats  widerspricht, und auch die Parteilichkeit der Homepage sowie ihrer (sic!) Nähe zu zumindest bedenklichem, ideologischen Gedankengut nach wie vor besteht, ersuche ich abermals um Verständnis dafür, dass wir uns als öffentliches Unternehmen dem Vorwurf einer Zusammenarbeit mit rechtsextremen Medien nicht aussetzen können.“ 

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