Presserat distanziert sich vom Pressesprecher der Wiener Linien

BildMag. Answer Lang übe keine Funktion des Presserates aus. Außerdem sei der Österreichische Presserat für reine Online-Medien gar nicht zuständig. Mit diesen klaren Aussagen distanziert sich der Geschäftsführer des Österreichischen Presserates, Mag. Alexander Warzilek, von der versuchten Darstellung des Pressesprechers der Wiener Linien, Answer Lang, Hüter des Ehrenkodexes für die österreichische Presse zu sein und als solcher Gott zu spielen, welchem Medium er Auskunft gibt und welchem nicht.

 

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Presserat-Geschäftsführer Alexander Warzilek:
Kodex gilt für Online-Medien gar nicht.
Foto: citronenrot OG

Ein Vorgesetzter griff einer Buslenkerin auf die Brust, ein Homosexueller wurde gemobbt und bekam dem Vernehmen nach 800.000 Euro Schadenersatz zugesprochen, ein Straßenbahnfahrer wurde, weil er bei den Personalvertretungs-Wahlen für eine andere Fraktion als für die rote FSG kandidierte, hinausgeekelt. Auch zweieinhalb Jahre nach einem teuren U-Bahn-Crash gibt es kein Untersuchungsergebnis. Bei den Wiener Linien geht es rund, weshalb das Unternehmen sogar den bekannten Profiler Thomas Müller als Mediator engagierte. Als Unzensuriert.at zu all diesen Vorfällen und schweren Vorwürfen von Mitarbeitern eine Stellungnahme beim Leiter der Kommunikation der Wiener Linien, Answer Lang, einholen wollte, bekamen wir folgendes zur Antwort:

„Bei einer kurzen Recherche zu dem Medium, das Sie beauftragt hat, musste ich feststellen, dass die journalistischen Grundsätze der Objektivität und Unabhängigkeit nicht eingehalten werden und die Berichterstattung auch in mehreren Punkten dem Ehrenkodex des österreichischen Presserats widerspricht. Vielmehr scheint es sich um eine parteiliche Homepage mit rechtsextremen Einschlag zu handeln. Ich ersuche Sie um Verständnis dafür, dass wir uns nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, mit einem derart belasteten Medium zusammenzuarbeiten.“

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Selbsternannter Hüter des Ehrenkodexes 

 

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Answer Langs Interpretationen stoßen beim
Österreichischen Presserat auf Unverständnis.
Foto: Wiener Linien

Herr Lang überschätzt sich da wohl. Abgesehen davon, dass Unzensuriert.at dem Mediengesetz unterliegt, halten wir uns an den Ehrenkodex, auch wenn er für uns gar nicht gilt. In Punkt 2.3 etwa heißt es:

Beschuldigungen dürfen nicht erhoben werden, ohne dass nachweislich wenigstens versucht worden ist, eine Stellungnahme der beschuldigten Person(en) oder Institution(en) einzuholen. Handelt es sich um die Wiedergabe einer öffentlich erhobenen Beschuldigung, ist dies deutlich kenntlich zu machen.

Genau zu diesem Zweck wandten wir uns an Herrn Lang, der für die Kommunikation der Wiener Linien jedoch einen eigenen Kodex geschrieben haben dürfte, der etwa so klingen könnte: Wer für die Sozialdemokraten schreibt, bekommt Auskunft, wer unabhängig berichten will, dem sagen wir nichts. Der selbsternannte Hüter des Ehrenkodexes für Journalisten kann also weiter seine parteigefärbte Privatmeinung äußern, niemals aber für den Österreichischen Presserat sprechen. Und wie lange die Wiener Linien noch einen für sich sprechen lassen wollen, der zu den sich täglich häufenden Vorwürfen schweigt und so das Unternehmen immer mehr in Misskredit bringt, ist auch fraglich.

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