Josef Pröll: Der „Superpraktikant“ bei Raiffeisen

BildDie Spatzen haben es längst von den Dächern gepfiffen, daher war die Überraschung nicht groß, als bekannt wurde, dass Ex-Finanzminister Josef Pröll im Raiffeisen-Imperium einen gut dotierten Job bekommt. Nur wenige Wochen nach dem Abschied aus der Politik übernimmt Pröll einen Chefposten im Raiffeisen-Agrarkonzern LLI – einen Job, der für den Sepp aber erst geschaffen werden musste.

 

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Josef Pröll schafft sich seine Superpraktikanten-Stelle ganz einfach selbst.
Foto: Wolfgang H. Wögerer, Wien / Wikimedia

Die rund 300.000 Arbeitslosen in Österreich werden sich ihren Teil denken. Keiner schafft für sie einen Job, damit sie Arbeit haben. Bei Polit-Günstlingen läuft das anders – hier gibt es sogar Chefeinschulungen wie jetzt bei Josef Pröll oder früher bei Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer, für die die schwarzen Netzwerker einen gut dotierten Job bei Wüstenrot „erfanden“. Als Pröll im Jahr 2009 einen „Superpraktikanten“ suchte und diesen in der Person Reez Wollner fand, dachte er nicht, dass er zwei Jahre später selbst eine Art Superpraktikant sein würde. Allerdings mit einer anderen Gage, einer viel fetteren als seine damalige Praktikantin, die ihn eine Woche lang begleiten durfte.

Die Arbeit von zwei machen jetzt drei!

Pröll hat bisher Raiffeisen-General Christian Konrad „begleitet“ und wurde dafür nun belohnt: Der gelernte Agrarökonom und Neffe des niederösterreichischen Landeshauptmannes wird ab 1. Juli Vorstandschef der Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI). Der größte Mühlenbetreiber Europas gehört zum Raiffeisen-Konzern. Dass dort mit Kurt Miesenböck und Christian Teufl bereits zwei sehr erfolgreiche Vorstände sitzen, war Konrad offenbar egal. Weil für den Sepp ein guter Job gefunden werden musste, gibt es ab Juli eben drei statt bisher zwei Chefs.



Baby-Walz Sicherheit

Die LLI betreibt in Europa 31 Mühlen. In Österreich sind vor allem die Mehlmarken Fini´s Feinstes und Farina bekannt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (endet im September) setzte der Konzern 882 Millionen Euro um, der operative Gewinn lag bei 27 Millionen. Heuer peilt man wieder die Umsatzmilliarde an – womt sich locker das dritte Manager-Gehalt für Pröll zahlen lässt. Neben dem Mühlengeschäft hält der Konzern Beteiligungen an den Agrarunternehmen Südzucker, Agrana oder Baywa sowie an den Casinos Austria. Drittes Standbein ist der Kaffeeautomatenbetreiber café+co mit 50.000 Automaten in Europa.

Ob Josef Pröll mit dem Chefposten bei LLI als Nachfolger von Raiffeisen-General Christian Konrad aufgebaut wird, darüber kann nur spekuliert werden. Ebenso über die Frage, ob ein Vorstandsposten bei einem Großkonzern weniger anstrengend ist als ein Politiker-Job. Wahrscheinlich schon, denn sonst würde Pröll, der eine Lungenembolie erlitt, nicht dort arbeiten wollen. 

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