Donauinselfest: 1,8 Millionen Subvention für die SPÖ

Für das Donauinselfest Ende Juni in Wien wird bereits eifrig die Werbetrommel gerührt. Es sei einzigartig in Europa, der größte Event seiner Art, die friedlichste Feier überhaupt, ist zu lesen. Ein Superlativ jagt den anderen – und die Medien schreiben brav, was ihnen die Organisatoren vorbeten. Dabei gibt es viel zu hinterfragen. Zum Beispiel die Wiener Spezialität, dass rote Politiker ein SPÖ-Fest mit sage und schreibe 1,8 Millionen Euro fördern.

 

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Das Donauinselfest als Propagandaveranstaltung.
Foto: SPÖ Wien / flickr (cc by-nc-sa)

Wenn das Donauinselfest etwas Einzigartiges hat, dann ist es die hohe Subvention für einen politischen Verein. Das gibt es sonst nirgendwo in Europa. Bis dato wurde diese unglaubliche Summe mit den Stimmen der SPÖ und ÖVP im Wiener Gemeinderat beschlossen. Heuer erstmals auch von den Grünen. Mit folgender Begründung: „Nach langer Diskussion sind wir nun der Meinung, dass wir es nicht als unsere Aufgabe sehen, den WienerInnen ihre Feste wegzunehmen.“ Aus diesem Grund haben die Grünen auch der Subvention in Höhe von fast 800.000 Euro für das von der ÖVP veranstaltete Stadtfest zugestimmt. Dass sich die Sozialisten und die Schwarzen den Förderkuchen großzügig untereinander aufteilen, war ja hinlänglich bekannt. Dass jetzt auch die Grünen mitspielen, ist neu, hat aber aufgrund ihrer Regierungsbeteiligung in Wien keinen überrascht.

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Dass Wien wirklich reich ist, den Reichtum aber nur an Parteien und befreundete Organisationen aufteilt, zeigt die Vergabe von Subventionen im Kulturausschuss vom 3. Mai 2011, in dem auch die Förderungen für SPÖ (Donauinselfest) und ÖVP (Stadtfest) beschlossen wurden. Da wurden außerdem bedacht: der Verband österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung mit 80.000 Euro, das Jüdische Institut für Erwachsenenbildung mit 24.000 Euro, die Thomas-Bernhard-Stiftung mit 30.000 Euro, das Music Information Center Austria (MICA) mit 84.000 Euro, die multiart PR-Agentur GmbH mit 8.000 Euro, der Verein zur Förderung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern Niederösterreich und Wien mit 140.000 Euro sowie der Verein Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung mit 105.000 Euro. Diese Summen wurden nur am 3. Mai vergeben, in einer einzigen Sitzung des Kulturausschusses.

Aber zurück zum Donauinselfest, das von 24. bis 26. Juni stattfindet. Offiziell bekommt das Geld der Steuerzahler nicht die SPÖ, sondern die 1,8 Millionen Euro werden als Subvention an den Verein Wiener Kulturservice überwiesen. Wieviel Geld davon tatsächlich für das Donauinselfest verwendet wird, ist schwer zu sagen. Der Geschäftsführer der „Pro Event Team für Wien GmbH“ und Organisator des Donauinselfestes, Sascha Kostelecky, behauptet im Standard, dass die Stadt 1,45 Millionen Euro zuschieße, das Gesamtbudget aber 5,5 Millionen Euro ausmache. Die Optik ist jedenfalls denkbar schlecht. Fördert die Stadt mit dieser Subvention die Bürger oder die SPÖ? Im Grunde ist das Donauinselfest mit den vielen SPÖ-Standln und Parteifunktionären ja nur eine große Werbeveranstaltung für die Roten.

Falschmeldungen in vielen Medien

Und weil es um die Werbung für Häupl und sein Team geht, darf auch ein bisschen übertrieben werden. Ein Beispiel gefällig? Beim Falco-Konzert im Jahr 1993 sollen 150.000 Besucher auf der Festwiese gewesen sein. Das wäre also drei Mal das ausverkaufte Praterstadion. Das geht sich aber platzmäßig gar nicht aus. Die meisten Medien berichten es trotzdem.

Weiters wird seitens des Veranstalters angegeben, dass pro Tag eine Million Besucher auf die Insel kommen. Dies stellt eine ganz grobe Übertreibung, ja genau genommen eine Falschmeldung dar. Das wären nämlich 20 Mal das ausverkaufte Praterstadion zwischen Nordbrücke und Reichsbrücke. Das geht sich nicht annähernd aus. Auch der Transport dieser Menschenmassen wäre unmöglich. Warum es trotzdem zu solchen Falschmeldungen kommt? Es wird nicht gezählt, sondern geschätzt. Und die meisten Medien übernehmen diese Zahlen unkritisch. So wie sie es jedes Jahr verschweigen, dass die Frauenhäuser in Wien regelmäßig nach dem Donauinselfest eine Mehrzahl an Vergewaltigungen feststellen. Beim angeblich friedlichsten Fest Europas!

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