Inseraten-Affäre: Anzeige gegen Faymann und Ostermayer

BildVerdacht der Untreue. So lautet die Anzeige von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky gegen Bundeskanzler Werner Faymann und Medienstaatssekretär Josef Ostermayer bei der Staatsanwaltschaft. Vilimsky übermittelte eine Sachverhaltsdarstellung an die Justiz. Darin bezieht er sich auf Berichte des Kurier über Inseratenserien der ÖBB und der Asfinag in Boulevard-Zeitungen während Faymanns Zeit als Verkehrsminister.

 

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Faymanns Inseraten-Politik brachte dem Kanzler eine Strafanzeige ein.
Foto: citronenrot OG

Ein ehemaliger hoher ÖBB-Manager hatte im Kurier gesagt: „Die Bahn musste in der Zeit, als Werner Faymann Verkehrsminister war, in ausgewählten Boulevard-Medien Inserate schalten. Die Kaltschnäutzigkeit war extrem: Man hat einfach bestellt und uns die Rechnung geschickt.“ Ähnliches habe sich bei der Asfinag abgespielt, so Vilimsky in der Sachverhaltsdarstellung. Laut FPÖ ist der Verdacht auf Untreue gegeben, weil „durch Missbrauch der Vertretungsmacht“ Schädigungen der ÖBB und der Asfinag entstanden seien.

„Abgerufen“ worden seien die Einschaltungen, wie zum Beispiel eine Kampagne in der Kronen Zeitung mit einer Doppelseite an jedem zweiten Freitag um jeweils 30.000 Euro, von Faymanns damaligen Kabinettschef Josef Ostermayer. Ein Bahn-Manager, der anonym bleiben will, schildert das so: „Er hat angerufen oder anrufen lassen: Das Inserat erscheint dann und dann. Ihr liefert den Text, das sind 2000 Worte. Und rechts unten war ein Kasterl, in dem der Minister selbst gesagt hat, was jetzt bei der Bahn alles besser wird. Das hat das Ministerium dann selbst geliefert. Und wir haben gezahlt.“

Inseraten-Strecken auch in „Heute“

Faymann und Ostermayer haben diese Machenschaften im Kurier zwar bestritten. Kaum jemand glaubt aber an ihre Unschuld. Wer im Mediengeschäft tätig ist, weiß, wie der Hase läuft. Das zeigen Faymann und sein Lehrmeister Michael Häupl fast täglich in der Gratiszeitung Heute, wo regelrechte Inseraten-Strecken erscheinen. Zuletzt acht Seiten über den Wiener Sport mit übergroßen Bildern u.a. von Sportstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ). Heute, so hat der Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber einmal errechnet, finanziert sich zu 29 Prozent durch Anzeigen von Ministerien und der Stadt Wien. Das heißt: Hier werden die Steuerzahler kräftig zur Kasse gebeten.

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Warum gerade Heute von den öffentlichen Mitteln profitiert, liegt auf der Hand: Schließlich gilt es, das Dichand-Faymann-Produkt am Leben zu erhalten. Der Deal geht noch auf Hans Dichand und dem damaligen Wohnbaustadtrat in Wien, Werner Faymann, zurück. Dichand wollte ein Nachfolge-Blatt der von der Mediaprint eingestellten U-Bahn-Zeitung, durfte dies auf Grund seiner vertraglichen Abhängigkeit zur WAZ aber nicht tun. Heute entstand trotzdem, Dichand schickte seine Schwiegertochter, Eva Dichand, Faymann seinen damaligen Büroleiter, Wolfgang Jansky, in die Geschäftsführung des neu gegründeten Blattes.

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