ÖBB: Pleiten, Pech und Pannenserien

Streckenschließungen, massive Zugsverspätungen auf nahezu allen heimischen Bahnhöfen und dubiose Krankenstandsaufzeichnungen machen die Österreichischen Bundesbahnen derzeit zum medialen Dauerbrenner. Grund genug, den Befindlichkeitszustand des Staatsbetriebes in einer Aktuellen Stunde im Nationalrat zu thematisieren.

Während sich Koalitionspartner ÖVP nur zu mäßigen Freundlichkeiten hinreißen lies, überraschte Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) mit Lobeshymnen auf die Eisenbahn. Die ÖBB steure auf goldene Zeiten zu, verkündigte Bures, die wenige Tage zuvor noch das Bahnmanagement stark in die Verantwortung nahm.

„Als Verkehrsministerin stehe ich zur ÖBB, für eine moderne Infrastruktur und für den von uns eingeschlagenen Weg“, meinte Bures und prognostizierte, dass es in Zukunft kein System der Freunderlwirtschaft mehr geben werde. Besonders kurios muten die Aussagen angesichts der exorbitanten Abfertigungsprivilegien der Führungsetage und der häufigen Spekulationsfällen an. In der Amtszeit des mittlerweile abgelösten Bahnchefs Martin Huber wurden in etwa 600 Millionen Euro verspekuliert.

Gerade unter diesem Aspekt sind die für viele Pendler unverständlichen Stilllegungen und Einsparungswellen unter dem Argument der Kosteneffizienz nicht tragbar. Das kritisiert auch der oberösterreichische FPÖ-Abgeordnete  Gerhard Deimek in seiner Wortmeldung und merkt an, dass „etwas unrund läuft, ja dass da manchmal sogar Dinge entgleisen.“ So etwa wird auf der Verbindung Villach-Venedig, in die neu investiert wurde, künftig nur mehr ein Direktzug verkehren. Besonderer „Höhepunkt“ der Planung sei auch die Schnellzugverbindung „Linz-Graz“, die wegen ein paar tausend Euro gestrichen wird, obwohl der Bau der Koralambahn 5,1 Milliarden Euro verschlingt.

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