Konsequenzen bei Wiener Linien: Bosse vor Abgang!

BildDie Serie von Negativschlagzeilen und Unfällen bei den Wiener Linien ist womöglich schuld daran, dass es in der Führungsetage zu Konsequenzen kommt. Gerüchte, wonach die Verträge des Triumvirats Günter Steinbauer, Walter Andrle und Michael Lichtenegger nicht mehr verlängert werden, gab es schon lange – jetzt haben die Wiener Linien den Abgang der Bosse auf ihrer Webseite selbst publiziert.

 

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Wird abgelöst: Die Geschäftsführung der Wiener Linien mit Günter
Steinbauer, Michael Lichtenegger und Walter Andrle (von links).
Foto: Wiener Linien

Auf dieser Webseite werden natürlich die Leistungen der Manager gelobt und der Abgang als Karrieresprung verkauft (mit Ausnahme bei Steinbauer, der angeblich in Pension gehen soll), doch war schon lange klar, dass die politisch verantwortliche Stadträtin Renate Brauner (SPÖ) diese Problembaustelle wegräumen will. Die vielen Negativschlagzeilen hatten sie zum Handeln gezwungen. Tatsache ist, dass die Wiener Linien seit Jahren in einer ernsten Krise stecken: Eine Unfallserie mit eingeklemmten und mitgeschleiften Passagieren, gepaart mit zweifelhaften Dementis, machte den Anfang. Es folgten mysteriöse Unfälle – zum Teil mit betrunkenen Fahrern, verlorene Mobbing-Prozesse gegen einen homosexuellen Tram-Fahrer und gegen einen Straßenbahnfahrer, der sich bei der Personalvertretungswahl nicht SPÖ-konform verhielt, Vorwürfe gegen einen Vorgesetzten wegen sexueller Belästigung einer Buslenkerin, Verstöße gegen den Datenschutz sowie aufklärungsbedürftige Methoden bei der Mitarbeiter-Überwachung (u.a. im Krankenstand). Jedenfalls musste auf Grund dieser Entwicklung mit Profiler Thomas Müller sogar ein prominenter Mediator eingesetzt werden, weil die Kluft zwischen Bossen und Mitarbeitern offensichtlich schon zu groß war.

Neue Chefin aus dem Umfeld von Brauner

Unzensuriert.at berichtete zuletzt über haarsträubende Fälle, zu denen der Leiter der Kommunikation, Mag. Answer Lang, aber nie Auskunft gab. Ob der Pressesprecher der Wiener Linien, der mit seinem unerklärlichen Schweigen nicht gerade zur Image-Verbesserung des Unternehmens beitrug, ebenfalls den Hut nehmen muss, ist nicht bekannt. Dagegen gibt es Spekulationen, dass Finanzstadträtin Renate Brauner erstmals eine Frau an die Spitze der Verkehrsbetriebe hieven könnte – zugleich könnte es nur noch ein Zweier-Management geben. Dass es bei dieser Besetzung um eine geeignete Kandidatin handelt, wird aber schon im Vorfeld bezweifelt, stammt die als Fixstarterin gehandelte Chefin der Wiener Linien doch aus der politischen Heimat Brauners, aus Margareten. Sollte sie wirklich die Stelle bekommen, würde das nur einmal mehr beweisen, dass öffentliche Ausschreibungen nur dazu da sind, um dem Gesetz zu entsprechen. Parteitreue und damit Vetternwirtschaft zählt bei der Wiener SPÖ immer noch mehr als geeignete Kandidaten und Leistung. 

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