60 Jahre Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft – Ein Dankeschön an Österreich

Am 13. August 1949 wurde im zerbombten Hotel Europa in Salzburg die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft (DAG) unter Vorsitz von Hans Schreckreis gegründet. In ihren Satzungen wurde als wichtigste Aufgabe „die Vertretung der in Österreich lebenden Donauschwaben gegenüber allen staatlichen und internationalen Behörden (…) in allen rechtlichen, kulturellen, konfessionellen, sozialen und wirtschaftlichen Belangen“ festgeschrieben. Es galt, die wirtschaftliche Lage der Donauschwaben zu verbessern und den Integrationsprozess zu begleiten.

Am 16. Oktober 2009 war das österreichische Parlament Ort des Festaktes zum 60-jährigen Bestandsjubiläum der DAG. Eingeladen hatten die Klubs aller Parlamentsparteien. Der Feierstunde wohnten 180 Menschen bei, die zum großen Teil das Schicksal der Vertreibung und die Anfänge der Zweiten Republik persönlich erlebt hatten.

FPÖ-Vertriebenensprecherin Anneliese Kitzmüller

Martin Graf, der als Dritter Nationalratspräsident die Gäste persönlich begrüßte, machte auf die Umstände der Nachkriegszeit aufmerksam, die eine Eingliederung von Hunderttausenden Heimatvertriebenen schwierig gemacht hatten. Graf sprach auch davon, dass historische Altlasten wie Beneš-Dekrete oder AVNOJ-Gesetze innerhalb der Europäischen Union leider bis heute zu wenig Beachtung finden. Dieses Unrecht wurde ebenfalls im Beitrag der FPÖ-Vertriebenensprecherin Anneliese Kitzmüller (FPÖ) angeschnitten: „Die AVNOJ-Dekrete gelten weiterhin, und dem Partisanenmythos wurde noch heuer gehuldigt, indem in Laibach eine Straße nach dem überaus umstrittenen kommunistischen Staatschef Tito benannt wurde." 

Rudolf Reimann, seit 1950 Bundesvorsitzender der DAG, verlas anschließend die Namen jener donauschwäbischen Persönlichkeiten, die 1945 vor ihre Landsleute getreten waren, um ihnen in der Öffentlichkeit eine Stimme zu geben. Reimann erinnerte daran, dass die Republik vieles von dem zurückbekam, was die Heimatvertriebenen anfangs aus österreichischer Hand erhalten hatten.

Das Schlußwort richtete Bernhard Krastl, Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, an das Publikum und übermittelte Grüße von Donauschwaben aus Deutschland, den USA, Kanada, Brasilien, Australien und jenen Ländern Europas, wo es heute noch Nachfahren gibt.

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