Kreditklemme könnte noch viel schlimmer werden

Während in Deutschland sowohl Banken als auch der Industrieverband eindringlich warnen, ist in Österreich wieder alles eitel Wonne: Hierzulande scheint niemand eine Verschärfung der Kreditklemme zu fürchten. Wirtschaftskammer-Präsident Leitl und seine Komparsen glauben gar, mit ein paar Modifikationen in den Basel-II-Richtlinien zur Kreditvergabe das Problem schon gelöst zu haben, bevor es tatsächlich akut wird.

Doch so einfach, wie sich die Kammer-Funktionäre das vorstellen, wird die Sache bestimmt nicht. Eine Ausweitung des Begutachtungszeitraums auf 5 Jahre bei der Bonitätsbeurteilung ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, warnt "FPÖ pro Mittelstand", die neue freiheitliche Wiener Wirtschaftskammer-Liste. Wenn die Unternehmen ihre 2009er-Bilanzen vorlegen, wird es noch schwieriger, denn die werden schlecht ausfallen und noch dazu einen negativen Trend ausbilden, was nach Basel-II besonders schwer wiegt. Daher verlangt "FPÖ pro Mittelstand"-Spitzenkandidatin Barbara Kappel vorübergehend eine Aussetzung der Kriterien: "Wir müssen in der Zeit der Krise weg von den starren Regeln und wieder hin zu einer Kreditvergabe mit Hausverstand." Kappel fürchtet, dass unsere Unternehmen international ins Hintertreffen geraten, weil sie in einem wieder wachsenden Markt nicht ausreichend mit Kapital versorgt werden.

Schnelle Lösungen sind gefragt – ebenso wie bei der Vergabe von geförderten Krediten. Auch hier könnten die Maßnahmen verpuffen, weil die Unternehmen an überbordender Bürokratie und restriktiven Banken scheitern. Leider haben es Österreichs verantwortliche Politiker auch fast zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise nicht geschafft, vom Reagieren zum Agieren zu kommen.

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