Südtirol 50 Jahre nach historischer Wende

Kerschbaumer-GrabAm 28. Juni 2011 lädt der Dritte Präsident des Nationalrates Martin Graf gemeinsam mit dem Freiheitlichen Parlamentsklub zu einer Südtirol-Veranstaltung in das Palais Epstein ein. Thema ist der 50. Jahrestag des Beschlusses der damaligen Bundesregierung, die Südtirolfrage erneut vor die UNO zu bringen. Das für die spätere Autonomie wegweisende Ereignis jährt sich am 18. Juli.

Kerschbaumer-Grab

Kerschbaumer-Grab

Das Gran des FReiheitskämpfers Sepp Kerschbaumer in Frangart. Er starb
nach Folter durch die Behörden 1964 in italienischer Haft.
Foto: Unterillertaler / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Das nach dem Ende des Ersten Weltkriegs annektierte Südtirol wurde bis in die 50er Jahre von Italien als “Kolonie” geführt. Damals versuchte die italienische Regierung, durch die Fortführung der faschistischen Entnationalisierungs- und Vertreibungspolitik eine „Lösung“ der Südtirolfrage in Form einer ethnischen Verdrängung herbeizuführen. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begehrte die deutsche Bevölkerung immer heftiger gegen die Bevormundung und Unterdrückung durch die römische Zentralregierung auf, was sich in zahlreichen Sprengsoffanschlägen, verübt vom Befreiungsausschuss Südtirol (BAS), manifestierte. Höhepunkt war die "Feuernacht" von 11. auf 12. Juni 1961, nach der die Behörden zahlreiche BAS-Mitglieder, darunter den Anführer Sepp Kerschbaumer festnahmen. Folter der politischen Gefangenen war in den 1960er Jahren an der Tagesordnung, auch Sepp Kerschbaumer starb in italienischer Haft. Mit aller Macht versuchte Italien, den Widerstand der deutschen Volksgruppe zu brechen.

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Erst die Behandlung der Südtirolproblematik durch die UNO zwang Italien an den Verhandlungstisch und führte nach einem Jahrzehnt zähen Ringens zum Südtiroler Autonomiepaket, das den Tirolern in Italien das Überleben als Volksgruppe sicherte und ermöglichte. Am 18. Juli 1961 fällte die österreichische Bundesregierung den Beschluss, die UNO damit zu befassen.

Diskussion mit Klecatsky, Ganser, Thaler und Golowitsch

Eine hochkarätig zusammengesetzte Runde an Vortragenden wird die dramatischen Vorkommnisse dieser schicksalhaften Zeit beleuchten. Moderiert vom freiheitlichen Südtriol-Sprecher Werner Neubauer werden der frühere Justizminister Hans Klecatsky, der Historiker Dr. Daniele Ganser, der Südtiroler Landesschützenkommandant Elmar Thaler sowie der Buchautor Helmut Golowitsch zur Wort kommen. Die Veranstaltung beginnt am 28. Juni um 17 Uhr im Palais Epstein. Einladung mit Information zur Anmeldung hier.

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