Abtreibung kinderleicht: Neue Pille wirkt bis 5 Tage danach

Die Kinderverhinderungsmaschinerie läuft in Österreich derzeit auf Hochtouren. Nachdem kurz vor Weihnachten Gesundheitsminister Stöger (SPÖ) die rezeptfreie Abgabe eines Präparats der sogenannten "Pille danach" genehmigt hat, kommt jetzt die nächste "Notfall-Pille": Seit 1. Jänner ist ein neues Medikament – noch rezeptpflichtig – zugelassen, das noch länger wirkt. Bis 5 Tage nach dem Geschlechtsverkehr kann eine ungewollte Schwangerschaft verhindert werden.

Das Medikament namens ellaOne macht es noch einfacher, sich nach sorglos genossenem Spaß im Bett aus der Verantwortung zu stehlen. Die Abtreibungspille wird am 14. Jänner um 9.30 Uhr im Presseclub Concordia (Bankgasse 8, 1010 Wien) präsentiert. Kritische Stimmen sind durch die Auswahl der Referenten ausgeschlossen. Schon in der Ankündigung werden die Eigenschaften über den grünen Klee gelobt. Der Wirkstoff sei eigens für die Schwangerschafts-Verhinderung nach dem Sex produziert worden und wurde – offenbar von ganz besonderen Zynikern – sogar für die "Substanz des Jahres 2009" nominiert. Schon im Pressetext wird darauf hingewiesen, dass das Präparat durch Anwendung des sogenannten Notfallparagrafen (§ 4 Abs 5 Rezeptpflichtgesetz) auch ohne Rezept abgegeben werden kann.

Generell kein Rezept braucht man seit Jahresbeginn für die Pille "Vikela". Das hat Gesundheitsminister Stöger verfügt, nachdem vor Jahren das Unternehmen des ehemaligen Familienministers Martin Bartenstein einen entsprechenden Antrag gestellt hat. FPÖ-Familiensprecherin Anneliese Kitzmüller kritisierte diese Entscheidung prompt als verheerendes Signal und als zutiefst lebensverachtende Maßnahme, mit der "jede Frau ihr verantwortungsloses Sexualverhalten durch den einfachen Gang in die Apotheke praktisch ungeschehen machen kann."

Kitzmüller befürchtet, dass nun die "Pille danach" praktisch zur normalen Verhütungsmethode wird – und bekommt auch von einem deutschen Experten Recht: Der Vizechef des bayerischen Berufsverbandes der Frauenärzte, Manfred Stumpfe, erklärt in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", er sei überzeugt, "dass der Umsatz der ,Pille danach nach der Freigabe ansteigen wird – und das ist dann der Anteil, der durch ärztliche Beratung davor vermieden werden konnte."

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