„Gay-Romeo“ Gebi Mair will keine Schwuchtel sein

Die Spitzen der sozialistischen Emanzipation sind ausgerückt, um einen Tiroler FPÖ-Abgeordneten zu maßregeln. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek stellten gemeinsam fest: Homophobie geht gar nicht. Die Grenzen des Tolerierbaren seien durch die Verwendung des Begriffs "Landtagsschwuchtel" deutlich überschritten worden. Diskriminierend und entwürdigend sei das.

Nunja, etwas mehr Gelassenheit könnte man schon erwarten, wenn ein Politiker einen anderen in einem hitzigen Streit mit einer unfreundlichen Vokabel bedenkt. Noch dazu, wo der gescholtene grüne Landtagsabgeordnete Gebi Mair einer derjenigen ist, die sich in erster Linie über ihre Homosexualität definieren. Jetzt stellt er die Sache natürlich anders dar. Der Freiheitliche Werner Königshofer reite dauernd darauf herum, beklagt Mair in seinem Blog: "Natürlich ist es auch vielsagend über einen Doppeldoktor, der alles, was ich politisch mache immer gleich mit meiner Homosexualität in Verbindung bringen muss." Dabei stellt Mair diesen Zusammenhang laufend selbst her: Welcher Politiker sonst würde bitte auf seiner politischen Webseite einen Link auf das eigene Profil bei der Schwulen-Kontaktbörse Gay-Romeo platzieren – voll mit Halbnacktfotos und spannenden Informationen über die Behaarung, die Position beim Sex und die Aktivität bzw. Passivität beim Ficken (sic!).
 
Wenn jemand sich solcherart zur Schau stellt, wirkt die persönliche Betroffenheit über die Bezeichnung "Schwuchtel" doch ein wenig geheuchelt. Die Affäre erinnert an Life-Ball-Organisator Gery Keszler, der auch ganz betroffen und bedrückt war, als ihn ein Zur-Zeit-Journalist als Berufsschwuchtel bezeichnete, es sich allerdings nicht nehmen ließ, daraus gleich eine tolle Aktion zu machen und hundert Semi-Promis mit Berufsschwuchtel-Leiberln abzulichten. Auch damals übrigens in der Gruppe der Betroffenen: Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Nur Berufsschwuchtel-Leiberl hat sie sich im Gegensatz zu fast allen anderen keines angezogen.

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