Islam-Funktionär preist in Religionsbuch Märtyrertod

Nach den umstrittenen Aussagen des ehemaligen IGGiÖ-Präsidenten Anas Schakfeh im Herbst des Vorjahres (ein Minarett für jede Landeshauptstadt), war die Glaubensgemeinschaft sichtlich bemüht, in ein ruhigeres Fahrwasser zu kommen und nicht weiterhin die Bevölkerung gegen sich aufzubringen. Der neue Präsident, der gebürtige Türke Fuat Sanac, vermied es in ersten Interviews, weiter Öl ins Feuer zu gießen, distanzierte sich von jeglichem Extremismus und nannte sogar FPÖ-Chef HC Strache einen guten Menschen.

Anas Schakfeh

Anas Schakfeh

Auch nach der Ära des Anas Schakfeh kommt die IGGiÖ nicht zur Ruhe.
Foto: WPF World Public Forum – Dialogue of Civilizations

Doch weitere geeignete Funktionäre zu finden, tut sich die Islamische Glaubensgemeinschaft offenbar schwer. Erst musste Ahmet Hamidi als Vizepräsident zurücktreten. Der Arzt äußerte bei einer Podiumsdiskussion laut Kurier recht merkwürdige Ansichten über Frauen und Sport:  "Zu viel Sport ist für den weiblichen Organismus nicht gut, das ist eindeutig bewiesen. Männer können schließlich auch nicht schwanger werden. Frauen sind körperlich schlechter dran. Hormonstörungen und sinkende Knochendichte sind die Folge." Von der Zeitung erneut befragt, schränkte Hamidi ein und legte zugleich nach: "Ich habe mich auf den Leistungssport bezogen. Bewegung wird im Islam groß geschrieben. Aber: Frauen sollten es nicht übertreiben. Zu viel Sport führt zu kleineren Brüsten, der Hormonhaushalt gerät ins Wanken und die Körperbehaarung nimmt zu." Sein Rücktritt nun sei kein Schuldeingeständnis, versicherte Hamidi, der nun wegen Rufschädigung klagen will, und wie zum Trotz behielt er seine Funktion als Fachinspekteur für Islamischen Religionsunterricht.

Neuer Vize schrieb umstrittenes Schulbuch

Kaum ist Hamidi weg, gerät nun sein Nachfolger wegen noch wesentlich gefährlicherer Äußerungen ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Wiener Stadtzeitung Falter identifizierte den neuen Vizepräsidenten, Nebi Uysal, als Verfasser jenes umstrittenen Buches, das trotz heftiger Kritik offenbar bis heute im islamischen Religionsunterricht zum Einsatz kommt. Es heißt "Islam in meinem Leben" und enthält ein Bild mit einem sterbenden Soldaten, aus dessen Brust Blut spritzt, während ihm das Gewehr aus der Hand fällt. Der Bildtext: "Ein Muslim, der auf dem Weg Allahs und zur Verteidigung der Heimat stirbt, ist ein Märtyrer (Sahid). Er wird von Allah mit dem Paradies belohnt, wie Allah es im Qur'an versprochen hat."



Diese Darstellung sorgte bereits vor zwei Jahren für Aufregung. Das Versprechen des damaligen IGGiÖ-Präsidenten Anas Schakfeh, ein neues Buch für den Religionsunterricht zu verwenden, ist offenbar bis heute nicht eingelöst worden. Das Schulamt der IGGiÖ führt die Bücher weiterhin als einzige Lehrmittel für die Volksschule.

Radikale tummeln sich rund um den Präsidenten

Fuat Sanac meinte im Interview mit den Salzburger Nachrichten zur Kooperation mit der Polizei im Kampf gegen radikale Elemente: „Wir wünschen uns, dass die Behörden eng mit uns zusammenarbeiten. Wenn sie wissen, dass sich wo Radikale tummeln, sollen sie es sagen, damit wir die Gläubigen warnen können.“ Nachdem sich die Radikalen offenbar im direkten Umfeld des neuen Präsidenten tummeln, darf die Aufrichtigkeit der Aussagen wohl in Zweifel gezogen werden.

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