5,5 Prozent Griechen-Zinsen sind zu wenig für gierigen Raika-Banker

Peter BrezinschekEuropa starrt immer noch erschreckt nach Griechenland. Das Sparpaket ist zwar im Parlament angenommen worden, dafür entlädt sich jetzt auf der Straße der Volkszorn. Eingebettet in diese aufwühlenden Ereignisse plauderte ZiB-2-Moderator Armin Wolf mit Peter Brezinschek, dem Chefanalysten der Raiffeisen-Bank, der sich als besonders ausgebuffter Vertreter jener Branche entpuppte, die mit ihrer ungebremsten Gier die Welt an den Rand des Abgrunds geführt hat und dort noch die anderen hinunterschubsen will.

Peter Brezinschek

Peter Brezinschek

Peter Brezinschek sind 5,5 Prozent Zinsen von den Griechen nicht genug.
Foto: K. Keinrath

Einer der Knackpunkte beim von den EU-Politikern geplanten zweiten Rettungspaket für Griechenland im Ausmaß von 120 Milliarden Euro ist die Beteiligung der Banken. Die französischen Institute haben zuletzt vorgeschlagen, die Anleihen der Griechen auf bis zu 30 Jahre zu verlängern bzw. mit dem Geld aus ausgelaufenen Schuldtiteln neue Anleihen zu zeichnen. Der Zinssatz soll sich bei etwa 5,5 Prozent bewegen. Raika-Analyst Brezinkschek antwortete auf des Moderators Frage, ob er an eine solche Lösung glaube: „Das kann durchaus sein, wenn man das mit einem sanften Druck macht. Ich würde mich als Privater zu 5,5 Prozent für griechische Anleihen nicht beteiligen.“ Zuvor hatte Brezinschek gemeint, „ein Dreiviertelprozent Zinsunterschied (zu deutschen Anleihen, Anm.) als Freiwilligkeit zu bezeichnet, halte ich schon für etwas skurril“.

Ohne Rettungspaket taugen Anleihen nur als Tapete

Was der Analyst dabei geflissentlich übersieht, ist folgendes: Dass sich die Banken überhaupt an der Griechenland-Rettung – freiwillig oder unfreiwillig – beteiligen dürfen, haben sie den zahlungswütigen Euro-Staaten zu verdanken. Würden die Regierungen nicht unser Steuergeld milliardenweise nach Athen transferieren, dann wäre Griechenland pleite und die Banken könnten sich mit ihren Anleihen die schmucken Zentralen tapezieren, weil es dann für einen frischen Wandanstrich vermutlich nicht mehr reichen würde, so groß wären ihre Verluste. Sie könnten dann, wenn sie es überstehen, Jahr für Jahr 5,5 Prozent des Kapitals abschreiben, das sie – von der Gier auf die attraktiven Zinsen getrieben – in die griechischen Anleihen gebuttert haben, anstatt weiterhin 30 Jahre lang 5,5 Prozent einzustreifen.

Trotz der unverfrorenen Verlogenheit in Brezinscheks Aussagen wagte der sonst so kampfeslustige Armin Wolf keine kritische Nachfrage. Die Giebelkreuzkrake hat viele lange Arme – und einer reicht gewiss auch in den ORF.

 

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