Spindelegger durch Raiffeisen angezählt

Michael SpindeleggerOffensichtlich ist ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger als Frontmann der kleineren Regierungspartei bereits angezählt. Anders ist es nicht zu deuten, dass in einer koordinierten Aktion nunmehr immer mehr ÖVP-nahe Medien den politischen Schwächezustand des schwarzen Parteiobmanns genüsslich kommunizieren. Dies war schon in der Vergangenheit immer der Startschuss für die beginnende innerparteiliche Treibjagd auf den jeweiligen amtierenden Parteiobmann.

Michael Spindelegger

Michael Spindelegger

Michael Spindelegger hat im Handumdrehen mächtige Gegner in der
eigenen Partei gefunden: Jetzt macht Raiffeisen gegen ihn Stimmung.
Foto: michaelthurm / flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Wieder einmal wie schon so oft, gibt das Raffeisen-Medium profil den Startschuss auf die Obmann-Treibjagd. In der kommenden Ausgabe vom 4.7.2011 wird eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Karmasin veröffentlicht, in der 42 Prozent nicht davon überzeugt sind, dass die SPÖ/ÖVP-Koalition unter Neo-Obmann Spindelegger besser arbeitet, als vorher. Dass es unter Pröll für die ÖVP besser gelaufen ist, geben immerhin 34 Prozent der Befragten an, während lediglich 24 Prozent Spindeleggers neuen Kurs bevorzugen.

Koalition Steirer-Giebelkreuzler

Wie schlecht es um die aktuelle Stimmungslage in der kleineren Regierungspartei ÖVP stehen muss, zeigt die Tatsache, dass es offensichtlich eine Koalition aus Steirern und Giebelkreuzlern gibt. Sowohl bei den Christlich-Sozialen südlich des Semmerings als auch im hochpolitischen Raffeisenkonzern ist man nachweislich sehr unzufrieden mit Kurs und Außenauftritt der ÖVP und des Vizekanzlers. Aber es gibt durchaus unterschiedliche Voraussetzungen für die anhaltende Unzufriedenheit.

Angstpotential: Stimmen- und Machverlust

Während die Steirer bundesweit ein Kärnten bzw. Wien-Schicksal für die ÖVP fürchten, wenn sie nach den nächsten Nationalratswahlen abgeschlagen auf dem Dritten Platz landet, geht es dem mächtigen Raffeisenkonzern um den dadurch drohenden Machtverlust in Folge einer solchen Abstrafung durch den Wähler. Nicht auszudenken, wenn im Finanzministerium kein ÖVP-Minister mehr für das Banken- und Versicherungswesen zuständig ist, oder wenn die Regierungsinserate für den Raffeisen-Medienkonzern ausbleiben. Einzig und allein die Tatsache, dass es derzeit keinen anderen ÖVP-Vertreter gibt, der sich das Himmelfahrtskommando Bundesparteiobmann antun würde, hat bisher verhindert, dass dem Parteiobmann Spindelegger bereits politisch öffentlich die Pistole an die Brust gesetzt worden ist. Dass der Hahn schon gespannt wurde, ist aber sicher.

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