Facebook & Co: Individualismus im Herdentrieb

Unsere Jugend wächst im Geiste des Globalismus auf. Über 90 Prozent der heimischen Jugendlichen bilden ihr reales Leben in einem Social Network ab und stellen so die Daten ihres Lebens verschiedensten gewinnorientierten Unternehmen zur Verfügung – eine Vorstellung, die noch vor wenigen Jahrzehnten in pessimistischen Zukunftsromanen zu finden war, dort jedoch ohne der dazugehörigen freiwilligen Basis. 

Freiwilligkeit ist im Leben eines Jugendlichen jedoch auch relativ, ist seine Vorstellung von Selbstwertgefühl doch in der Phase der Rebellion gegen das Elternhaus hauptsächlich durch die Akzeptanz des Freundeskreises bestimmt. Ein Social Network wie beispielsweise Facebook bietet einerseits die Möglichkeit, jedes Detail ihres Lebens öffentlich zu machen um die begehrten Kommentare und Zustimmungen zu erhalten, und andererseits die Gelegenheit, den Freundes kreis und somit die Anzahl der Reaktionen zu vergrößern.
 
Abgesehen davon, dass im Rausch der Aufmerksamkeit albenweise Fotos in die weltweite Datensammlung geladen werden, die eine spätere Karriere ruinieren oder ganz verhindern können, treten User auch sogenannten Gruppen bei, die ihre Meinung repräsentieren. Logischerweise erhält man dafür mehr positive Rückmeldung, je mehr Freunde mit der Meinung dieser Gruppe übereinstimmen. Anstatt der individuellen Selbstverwirklichung bestehen die meisten Profile aus einem Einheitsbrei belangloser Aussagen und vorgefertigter Meinungen. So ist unsere Gesellschaft unter dem Banner des technologischen Fortschritts auf dem Weg, sich selbst in eine Schafherde zu verwandeln, die nun nicht einmal mutige Sprachrohre braucht, um eine an die Masse angepasste Einheitsmeinung herauszublöken.
 
Gut zu wissen, dass wirkliche Veränderung immer von jenen ausgeht, die dem herrschenden Trend die Stirn bieten können. Und so ist es wichtig, auch einmal auf die Akzeptanz der 1000 Freunde (hier wohl eher ein Synonym für Personen, mit denen ich einmal ein Wort wechselte ) zu verzichten, um aufzustehen und eine wohlreflektierte Weltsicht zu vertreten, so wie man eine wohlreflektierte Vorstellung für sein eigenes Leben haben sollte.

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