Wenn „falsche“ Meinungen geäußert werden: Zensur in Onlinemedien

BildEine wichtige Funktion, mit der Zeitungen ihre Online-Präsenzen aufwerten, sind die beliebten Kommentarspalten. Im Gegensatz zu Leserbriefen, bei denen aus der Flut der Einsendungen nur die für die Zeitung passendsten Exemplare abgedruckt werden, kann jeder Internetnutzer online seine Meinung der ganzen Welt sichtbar machen. Doch besonders bei heiklen – also für Medien und Politik potentiell unangenehmen – Themen ist diese Möglichkeit der freien Meinungsäußerung für die Herausgeber oft zuviel des Guten.

 

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Die Welt berichtete über die zahlenmäßige
Übermacht der türkischen Einwanderer – und sperrte
den Kommentarbereich nach wenigen Einträgen.
Screenshot: unzensuriert.at

Das Phänomen der blockierten Kommentarspalten zieht sich quer durch österreichische und deutsche Medien. Unter vielen Themen, die schon aus ihrer Natur heraus eine Basis für ausgiebige Diskussionen darstellen, findet sich eine kleine Handvoll Kommentare. Erstaunt stellt der Leser fest, dass entgegen der stets so sauber propagierten Einstellungen unter den deutschen Kommentatoren doch eine recht eindeutige, mit dem System unzufriedene Grundstimmung herrscht. Und rein zufällig ist meist genau bei jenen Artikeln die Kommentarfunktion deaktiviert.

Dabei verstoßen die noch rechtzeitig veröffentlichten Kommentare nicht gegen diverse Nutzungs- und Moderationsrichtlinien: Kommentare, die beispielsweise die Ehre anderer Menschen beleidigen, respektlos oder irrelevant sind, werden bereits offen gelöscht und – wenn überhaupt ein Hinweis auf deren Verbleib zurückbleibt – durch einen Hinweis auf die Regeln ersetzt. Das Sperren der Kommentarfunktion selbst bleibt jedoch meist unbegründet.

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