Le Pen: „Leute haben das Verteufeln unserer Parteien durchschaut!“

Le PenDie Absicht war klar. Beim Interview mit der Chefin des französischen Front National, Marine Le Pen, verfolgte NEWS nur ein Ziel: Die FPÖ und Heinz-Christian Strache schlecht zu machen und bei dieser Gelegenheit auch gleich der zur Zeit aussichtsreichsten Kandidatin für die Präsidentschaft in Frankreich (Le Pen liegt in Umfragen bereits vor Amtsinhaber Nicolas Sarkozy) eins auszuwischen. Dieser Versuch ging voll daneben, Marine Le Pen überzeugte durch kluge Antworten.

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Marine Le Pen ließ den ideologisierten NEWS-Reporter auflaufen.
Foto: staffpresi_esj / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die ausgebildete Anwältin, Mutter dreier Kinder und EU-Abgeordnete ließ sich nicht provozieren, auch wenn es mitunter schwer war, ruhig zu bleiben. Schon die erste Frage, ob es verboten sei, sie zu fragen, was sie von der Aberkennung der Ehrenbürgerschaft Hitlers in manchen österreichischen Gemeinden halte, grenzte an Respektlosigkeit. Man muss sich das einmal vorstellen: Da reist ein NEWS-Team extra nach Paris und dem offenbar von Linken aufgescheuchten Redakteur fällt nichts anderes ein, als wieder einmal Hitler ins Spiel zu bringen und Österreich damit im Ausland zu diskreditieren. Wie ein gewisser Raimund Löw, der ORF-Korrespondent in Paris, der für diese Geschmacklosigkeit das Copyright hat. Löw hatte diese Frage gestellt, als FPÖ-Chef Strache mit der Front-National-Chefin in Straßburg eine Pressekonferenz gab.

Marine Le Pen: Pflegen beste Kontakte zur FPÖ

Damals hatte Marine Le Pen geantwortet, dass sie überrascht sei, wie schnell der Punkt erreicht wäre, an dem man die Faschismuskeule auspacke, „wenn Argumente ausgehen, kommt Hitler ins Spiel“. Diesmal sagte sie zu NEWS: „Gar nichts ist verboten. Nur habe ich mich damals bei der Pressekonferenz mit Monsieur Strache in Straßburg ausführlich dazu geäußert, und damit soll es auch gut sein.“ Spätestens bei der zweiten Frage des NEWS-Redakteurs war der Horizont des Interviewers klar: „Die FPÖ hat lange keinen Bündnispartner auf EU-Ebene gefunden, da selbst Rechtsparteien wie Italiens Lega Nord oder der Niederländer Geert Wilders mit dem ‚braunem Beigeschmack’ der Blauen nichts zu tun haben wollten. Ist Ihr Front National da weniger heikel?“ Abgesehen davon, dass die FPÖ mit der Lega seit Haiders Zeiten gute Beziehungen pflegt, werden da Äpfel mit Birnen vertauscht. Le Pen sagte dazu: „Von einer Isolation kann keine Rede sein. Manche Parteien verstehen sich besser, manche schlechter. Wir pflegen neben der FPÖ etwa auch beste Kontakte zum Vlaams Belang in Belgien. Was heutzutage in Europa nicht mehr funktioniert, ist das Verteufeln unserer Parteien – das haben die Leute längst durchschaut.“

„Was verbindet Sie also mit der FPÖ?“, lässt NEWS nicht locker.?Le Pen: „Mit der FPÖ teilen wir eine gemeinsame Sicht auf viele Probleme unserer Zeit: die Massenzuwanderung, eine sich in den letzten Zügen befindliche, an die Sowjetunion erinnernde, totalitäre EU und vieles andere. Deshalb macht es Sinn, sich mit Gleichgesinnten über Lösungen auszutauschen, gemeinsam Referenden auf europäischer Ebene zu planen, um in Zukunft eine stärkere Allianz zu bilden.“

Und so ging das Interview weiter, in dessen Verlauf Marine Le Pen auch ganz selbstverständlich verkündete: "Der Euro ist tot!" und den Reporter verwundert fragte: "Haben Sie das noch nicht erkannt?"

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