Österreich im Sommer: Hymnische Töchter und Kopf im Nudelsieb

Es war also doch nicht umsonst, dass sich Maria Rauch-Kallat an ihrem angeblich wirklich letzten Tag als Nationalratsabgeordnete von ihren Fraktionskollegen mit den Spezialgebieten Zuchtsäue oder Süßungsmittel demütigen lassen musste. Ihr Opfer hat sich gelohnt: Ihre ÖVP, die zuletzt nicht sonderlich von dieser Idee angetan schien, will jetzt doch die großen Töchter in die Bundeshymne holen. Das verkündete das schmucke Frauensprecherinnen-Kollektiv, bestehend als Judith Schwendtner (Grüne), Gisela Wurm (SPÖ) und Dorothea Schittenhelm (ÖVP). Und wenn die drei das sagen – so viel zur Demokratiepraxis dieses Staates – dann wird daraus ein Schuh, nein: ein Gesetz.

Kommentar von Alexander Höferl

In den Medien wird die Zustimmung der Journalistenmehrheit zu dieser bahnbrechenden Einigung transportiert, egal ob es nun „Heimat großer Töchter und Söhne“, „Heimat großer Töchter, Söhne“ oder auch einfach „Heimat bist Du großer Kinder“ heißen soll, wobei Letzteres den Nachteil aufweist, sich nicht auf das Schöne zu reimen. Die Rolle des Kritikers schob man dem wohl altmodischsten Vertreter der ÖVP zu, dem Wissenschaftsminister, der im Zivilberuf Latein- und Griechischprofessor ist, und das – verstaubter geht es ja gar nicht mehr! -als „Altphilologe“ auf der Uni. Der Mann ist derartig in den toten Sprachen verhaftet, dass er nicht einmal mehr merkt, dass er selbst Töchterle heißt.

Der Fortschritt setzt sich also durch, und das noch dazu in wesentlichen Bereichen. Neben den Töchtern, die endlich die Eintrittskarte in die Hymne in Händen halten, ist es – und das ist kaum weniger wichtig! – nun möglich, mit einem Nudelsieb auf dem Kopf zum Führerscheinfoto anzutreten, sofern man psychisch geeignet ist (zum Autofahren oder zum Tragen eines Nudelsiebs ist egal). Karlheinz Kopf könnte so ein Sieb als äußeres Zeichen dafür tragen, dass ihn seine Partei durch die Töchter-Einigung zum Affen gemacht hat. Ein gewisser Niko Alm, seines Zeichens atheistischer Aktivist, trägt die Kochhilfe mit beinahe religiösem Fanatismus und ist somit – neben der geschlechtergerechten Hymne – der zweite große Medienliebling des beginnenden Sommers. Herr Alm fühlt sich jetzt dank der stündlich wachsenden<a data-cke-saved-href=“http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Nachrichten/3048871-2/nudelsieb-auf-f%C3%BChrerschein-deutsche-pastafari-wollen-auch.csp“ href=“http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/Nachrichten/3048871-2/nudelsieb-auf-f%C3%BChrerschein-deutsche-pastafari-wollen-auch.csp“ „=““ target=“_blank“>Schar der Nudeljünger wohl auch als großer Sohn seiner Heimat. Dann aber noch lieber das Frauensprecherinnen-Kollektiv! Oder doch die Siebköpfe? Heimat, Du hast es auch nicht leicht!

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