Cartellverband zeigt neuer Bundeshymne rote Karte

Langsam, aber sicher verscherzen es sich die ÖVP und ihr Bundesparteiobmann Michael Spindelegger auch mit der bisherigen weltanschaulichen Stammklientel. So drückt der Präsident des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV), Mario Kuss, in einer Aussendung vom 15.07.2011 seine „Verwunderung“ darüber aus, dass man sich politisch derzeit mit der Neufassung der Bundeshymne befasse, anstatt wichtige Reformvorhaben für Österreich anzugehen.

Reformeifer bei Bundeshymne für CV nicht nachvollziehbar

Der ÖCV-Präsident listete eine ganze Reihe unerledigter Reformvorhaben wie Bildungsreform,
Pensionen, Bundesheer, Finanzkrise auf und artikuliert sein Unverständnis, dass die Bundeshymne und deren Textierung derzeit für vier der fünf Parlamentsparteien (SPÖ, ÖVP, BZÖ, Grüne) das wichtigste Problem seien, welche diese nun zu einem gemeinsamen Vorgehen nötige. Gleichzeitig werden echte Reformpolitik und eine Abkehr von „plumper Effekthascherei mit entbehrlichen Randthemen“ gefordert.

Der Dachverband der katholischen Studentenverbindungen mahnt auch Respekt vor dem Werk von Paula von Preradovic ein und lehnt die gegenwärtigen Umdichtungstendenzen daher ganz klar ab. Dabei verweist Präsident Kuss auf eine neue humoristische Textvariante, die derzeit im Facebook kursiert: „Heimat bist Du großer Kinder, Volk begabt, mal mehr, mal minder“.

Verstörung in Kernschichten des konservativen ÖVP-Klientels

Die überdeutliche Presseaussendung des ÖCV-Präsidenten manifestiert einmal mehr die anhaltende Verstörung und Ratlosigkeit über das Irrlichtern der Österreichischen Volkspartei und ihrer Repräsentanten. Offensichtlich hatten sich viele Konservative eine klare Wortmeldung von „Cartellbruder“ Spindelegger zum Thema Bundeshymne erwartet. Herausgekommen ist aber eine „bedingungslose Kapitulation“ des Parteiobmanns vor den Ränkespielen des politischen Auslaufmodells Maria Rauch-Kallat. Gut möglich, dass viele Konservative zukünftig umso lauter und bestimmter den alten Text singen und bei den nächsten Wahlgängen ihre Stimme der einzig wertorientierten Gruppierung in der österreichischen Parteienlandschaft geben werden: der FPÖ unter HC Strache. Immerhin lehnen einzig die Freiheitlichen die Umdichterei der Hymne ab. Frauensprecherin Carmen Gartelgruber befürchtet, dass auch noch dem allzu männlichen Bundesadler ein Schminktäschchen statt der Sichel verpasst werden könnte, und übt heftige Kritik an Rauch-Kallat, die es gschafft habe, die ÖVP zur nationalen und Österreich zur internationalen Lachnummer zu machen.

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