Renaissance der Monarchisten nach Habsburg-Begräbnis?

Sissi und Franz JosephDurch den Tod von Otto Habsburg und das heutige Begräbnis in der Kapuzinergruft in Wien ist mit einem Mal die Monarchie als Staatsform wieder in aller Munde. Österreich, das über Jahrzehnte fast ausschließlich durch ein rot-schwarzes Machtkartell regiert wird, ist politik- und damit auch systemmüde geworden. Angesichts der bescheidenen Leistungen der aktuell amtierenden Bundesregierung Faymann/Spindelegger und eines Schweige-Bundespräsidenten Fischer fragen sich gar nicht wenige Bürgerinnen und Bürger, ob nicht eine Wiedereinführung der Monarchie in einer modernisierten Form ein Ausweg wäre.

Profitieren Monarchisten von ÖVP-Schwäche?

Sissi und Franz Joseph

Sissi und Franz Joseph

Die Monarchie hat wieder Saison. Dafür sorgt nicht nur die Zeremonie
des Begräbnissesn von Otto Habsburg, sondern auch die ÖVP.

Vor allem in konservativen Zirkeln, die über Jahrzehnte wohl oder übel der ÖVP politisch die Treue gehalten hatten, haben eine Renaissance von Schwarz-Gelb, aber auch andere Alternativen gegenwärtig große Konjunktur. Nicht zuletzt die mehr als bescheidene Leistung des Neo-Obmanns Spindelegger und die zunehmende „Verniederösterreicherung“ der kleineren Regierungspartei lassen viel Platz für Emanzipationsgedanken im konservativen Lager. Das Fass zum Überlaufen hat die jüngste Debatte um das Umtexten der österreichischen Bundeshymne gebracht. Dass Spindelegger vor dem links-liberalen Flügel seiner eigenen Partei in die Knie geht und der Multifunktionärin Rauch-Kallat für ihre Heckenschützenaktion auch noch Unterstützung gibt, verzeihen ihm nicht einmal seine engsten Cartellbrüder.

In Konkurrenz mit FPÖ um heimatlose Konservative

Neben „Verniederösterreicherung“ und Bundeshymne hat die ÖVP in den letzten Jahren bei nahezu allen gesellschaftspolitischen Fragen dem linken Flügel nachgegeben, anstatt Stellung zu beziehen. Weder bei der Zuwanderung, beim Islamismus, in der Bildungspolitik noch beim gesellschaftlichen Leistungsprinzip oder bei der Homo-Ehe hält diese ehemals „bürgerliche“ Partei heute noch Kurs. Unter diesen Rahmenbedingungen müsste es also für eine konservative Alternative, ein ausreichendes Klientel geben. Allerdings sind die Plätze für wertorientierte, im besten Sinne durchaus auch konservative Positionen im österreichischen politischen System schon längst besetzt, hat doch die FPÖ schon seit vielen Jahren in diesem Bereich ein attraktives programmatisches und mit HC Strache auch personelles Angebot. Ein Großteil der Konservativen wird also in den nächsten Wahlgängen im Lager der FPÖ zu finden sein. Dass daneben aber auch eine Schwarz-Gelbe Allianz zusätzlich das konservative Klientel der ÖVP anzapft, ist bei der aktuellen Stimmungslage in der Spindelegger-Partei durchaus möglich. 

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