Wiener Zeitung als österreichische Prawda?

GöweilDie im 100-Prozent-Eigentum der Republik Österreich stehende Wiener Zeitung hat offensichtlich eine neue Bestimmung gefunden. In der Ausgabe vom 26. Juli wird sie sozusagen als Prawda der Regierungspartei SPÖ instrumentalisiert. Anders ist es nicht zu erklären, dass deren Chefredakteur Reinhard Göweil seine Funktion dazu missbraucht, um in einem Leitartikel gegen die größte österreichische Oppositionspartei FPÖ zu hetzen.

Aufruf gegen Regierungsbeteiligung der FPÖ

Göweil

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Der Chefredakteur der Wiener Zeitung zieht recht schlichte, aber
für die SPÖ brauchbare Schlüsse aus dem Norwegen-Massaker.
Foto: Unzensuriert.at

Göweil nimmt die unfassbaren Ereignisse rund um den Amoklauf des offensichtlich geistesgestörten Täters Anders Breivik in Oslo vom vergangenen Freitag zum Anlass, einen medialen Aufruf gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ zu starten. Wie bereits Mitte der neunzigiger Jahre, als es zu Bombenanschlägen durch den wirren Einzeltäter Franz Fuchs gekommen ist, können es Journalisten wie Göweil nicht lassen, eine demokratische Oppositionspartei in Verbindung mit solchen Verbrechen zu bringen.

Demokratische Kritik wird ins extreme Eck gestellt

Aber die Methode ist leicht zu durchschauen. Der Osloer Amoklauf ist nur das Stichwort, um in ein bewährtes Rollenverständnis zurückzufallen. Man kann es nicht verkraften, dass die FPÖ derzeit in allen Umfragen auf dem Weg zur Nummer eins in diesem Land ist. Und das beunruhigt die Lohnschreiberlinge in manchen ideologisch besetzten Redaktionsstuben ganz ungemein. Deshalb streift man die Tarnkappe ab und punziert demokratische Kritik an gesellschaftlichen und politischen Missständen als Extremismus. Dass man damit hunderttausende, wenn nicht Millionen österreichischer Staatsbürger, die einen Politikwechsel unterstützen, verunglimpft, nimmt der Chefredakteur des Staatsblatts Wiener Zeitung offensichtlich bewusst in Kauf.

Wes‘ Brot ich ess, des‘ Lied ich sing…

Dass Göweil Chefredakteur der Wiener Zeitung geworden ist, hatte offensichtlich mit einer gewissen Erwartungshaltung der sozialistischen Eigentümervertreter dieses Staatsblattes zu tun. Deshalb musste seinerzeit der unbequeme konservativ-liberale Andreas Unterberger dem linken Göweil weichen. Die SPÖ-Abgesandten wussten: Irgendwann braucht man eine österreichische Prawda, und da ist es gut, wenn man einen Chefredakteur einsetzt, der wie auf Knopfdruck funktioniert.

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