„Doppelter Scharlatan“ als ORF-Rechtsextremismus-Experte

29. Juli 2011 - 17:17

Das Ö1-Mittagsjournal gilt als seriöseste Nachrichtensendung des ORF. Eine Stunde kompakte Information aus Österreich und der Welt, täglich außer Sonntag um 12 Uhr. Und jeden Samstag führen die Redakteure ein ausführliches Interview mit einem Politiker, Wirtschaftsmann, Künstler, Wissenschaftler,… oder diesmal mit einem „doppelten Scharlatan“, wie der stellvertretende FPÖ-Obmann Norbert Hofer den „Rechtsextremismus-Experten“ Andreas Peham bezeichnet.

Peham

Peham

Der "Experte": Andreas Peham alias (Dr.) Heribert Schiedel.
Foto: www.zurzeit.at

Peham ist eine gespaltene Identität, denn er tritt regelmäßig auch als Heribert Schiedel in Erscheinung und führt als dieser auch dann und wann einen falschen Doktortitel, wie aus diversen Veranstaltungseinladungen hervorgeht (zum Beispiel hier oder hier). In Wahrheit hat er seine Studienzeit bereits genutzt, um sich fest in der linksextremen Szene zu etablieren: als Funktionär beim Kommunistischen Studentenverband. Wirft man einen Blick darauf, was andere aus dem Kommunisten-Lager über ihn sagen und schreiben, dürfte es sich dabei jedoch eher um seine liberale Phase gehandelt haben. Nach dem gescheiterten Studium kam er beim staatlich fürstlich alimentierten Privatverein „Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands“ (DÖW) unter, das ihn mit jener pseudowissenschaftlichen Aura ausstattete, die er heute als „Rechtsextremismus-Experte“ zu verbreiten sucht.

Im Mittagsjournal-Interview wird Peham gewiss die islamkritische Einstellung der FPÖ geißeln und bedeutungsschwanger erklären, dass dadurch ein Klima erzeugt werden, in dem dann solche Untaten wie der Terroranschlag von Oslo gedeihen. Doch wie hält es Peham selbst mit der Islamkritik? Er wird der antinationalen oder antideutschen Strömung zugeordnet und gilt in Österreich sogar als eine ihrer führenden Verfechter. Gerhard Drexler schreibt dazu auf Kommunisten-Online:
Den eigentlichen „harten Kern" dieser Gruppe bilden der Ex-KSV Vorsitzende Andreas Peham, der unter dem Pseudonym Heribert Schiedel im Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes untergekommen ist und durch seine "Aktivitäten" das DÖW stark ins Gerede gebracht hat, weiters Thomas Schmidinger und Karl Pfeifer. Diese drei gehören zum Freundeskreis von Gen. Walter Baier (ehemaliger KPÖ-Vorsitzender, Anm.) und sind durch ihre regelmäßigen Beiträge in der Zeitung »Volksstimme« immer wieder unangenehm aufgefallen.

Antonationale bekämpfen den Islam als Feind Israels

Und Drexler erklärt auch gleich die simple Ideologie der Antinationalen:
Die Dogmen der Antinationalen lauten ungefähr so: „Wer sich gegen Israel stellt, steht für Rassismus, Antisemitismus und letztlich für Faschismus!“ und „Die USA unterstützen Israel bedingungslos, also sind auch die USA bedingungslos in ihrem weltweiten Kampf gegen den Terrorismus zu unterstützen!“ und schließlich „Der Islam ist gegen Israel, also ist der Islam zu bekämpfen!“

Freilich ließe sich mit diesem pathologischen Islamhass schlecht Karriere in der pseudowissenschaftlichen Extremismusbeobachtungsbranche machen, daher hat Peham seine Haltung ein wenig modifiziert und das Christentum in sein Anti-Spektrum mit aufgenommen, was von den Hardlinern unter den Antinationalen heftig kritisiert wird. In einem Beitrag der „Georg-Weerth-Gesellschaft Köln“ in der strikt antinationalen Zeitschrift Bahamas heißt es dazu in einer Kritik der „moderat“ antinationalen Zeitung Context XXI:
Die Zeitschrift Context XXI, dessen Redakteur Schmidinger ist, sieht von jeder Empirie unbeeindruckt Ungläubige auf Scheiterhaufen brennen oder der Zwangstaufe unterworfen und betitelte ihre Ausgabe 8/2004 ganz in diesem Sinne in unübertrefflichem Austro-Deutsch folgendermaßen: „Im Starren auf den Islamismus droht das Christentum aus dem kritischen Blick zu geraten.“ Hinter dieser Behauptung steht, wie in dieser Ausgabe u.a. Heribert Schiedel (also Peham, Anm.) erklärt, der Gedanke, daß die Kritik des Islam dann als rassistisch zu brandmarken wäre, wenn der Kritiker nicht wegen seiner angeblich christlichen Herkunft (ob er gläubiger Christ oder Atheist ist, tut nämlich nichts zur Sache) ständig beteuert, auch das Christentum sei ja ganz schön schlimm.

Auch "Experte" Schmidinger kommt aus diesem Lager

Ergänzend sei noch gesagt, dass auch der nun bereits zweimal erwähnte Thomas Schmidinger permanent in den heimischen Medien seine Meinung zum Rechtsextremismus und im speziellen zur FPÖ abgeben darf. Der Politikwissenschafter wird also ebenfalls -  von anderen Linksextremen wohlgemerkt! - dieser sektiererischen Strömung des Linksextremismus zugerechnet.

Wodurch die Antinationalen sonst noch auffallen, ist die große Dankbarkeit für jedes an Deutschen im Zweiten Weltkrieg begangene Kriegsverbrechen. Jährlich wird in Dresden das Bombardement der Stadt mit unzähligen zivilen Opfern gefeiert, das als gerechte Strafe für die Nazi-Verbrechen betrachtet wird. Beim „Gedenken“ in Dresden finden sich daher immer wieder Typen, die sich nicht entblöden auf Transparenten zu fordern: „Bomber Harris, do it again!“

FPÖ empört über Einladungspolitik des öffentlich-rechtlichen ORF

Die FPÖ ist nachvollziehbar sauer auf den ORF, der zum wiederholten Mal Experten aus diesem sektiererischen Linksextremisten-Lager als „Rechtsextremismus-Experten“ auf die Partei loslässt. Schmidinger etwa ist Stammgast im Club 2, wenn es in periodischen Abständen um die „rechte Gefahr“ oder irgendwelche Wahlerfolge patriotischer Parteien in Europa geht. Peham darf nun sogar völlig unwidersprochen seine Weisheiten kundtun. FPÖ-Vize Norbert Hofer ist empört:

Dass klar links positionierte Zeitungen wie Der Standard nicht davor zurückschrecken, solche zweifelhaften Figuren gegen die FPÖ hetzen zu lassen, sei eine Sache, sagt er. „Dass aber der mit den Zwangsgebühren aller Österreicher finanzierte öffentlich-rechtliche ORF diesen Herrn in seine seriöseste Nachrichtensendung einlädt, ist schlicht ein Skandal.“ Offenbar seien die verantwortlichen Redakteure nicht in der Lage, zwischen objektiver Berichterstattung und extremistischer Propaganda zu unterscheiden.

DÖW-Kopie in Bayern als linksextrem eingestuft

Ihnen dieses zu erleichtern, wären freilich auch der Staat und seine Organe gefordert. Das bayrischer Gegenstück zum DÖW – die Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle (aida) etwa wird vom dortigen Verfassungsschutz als klar linksextrem eingestuft. Dort gibt es übrigens einen ähnlichen Akteur wie Peham/Schiedel. Tobias Paphal Bezler arbeitet unter seinem echten Namen für aida und unter dem Pseudonym Robert Andreasch für den Bayrischen Rundfunk. Dies flog vor kurzem auf, als Bezler/Andreasch in einem BR-Beitrag den Chefredakteur der Studentenzeitung an der Bundeswehruni, Martin Böcker, als Neonazi verunglimpfte. Der Bayrische Rundfunkt distanzierte sich wenigstens – wenn auch nur halbherzig – von seinem Redakteur und dessen Methoden.

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