Buchtipp: Kubakrise 1962 – Am Rande des atomaren Abgrunds

BildNiemals – weder davor noch danach – befand sich die Welt derart knapp am Rande der nuklearen Katastrophe wie im Oktober 1962. Die beiden Gegenspieler USA und UdSSR wie auch das Bauernopfer Kuba standen, wie Rolf Steininger mit seinen Forschungen ermittelte, wesentlich näher am Atomkrieg als bisher angenommen. Wie es dazu kam, legt Steininger in seinem Buch „Die Kubakrise 1962: Dreizehn Tage am atomaren Abgrund“ offen.

Nachdem die USA in der Türkei und in Italien Atomraketen stationiert hatten, reagierte die UdSSR unter Nikita Chruschtschow auf diese Provokation mit dem Bau von Raketenstellungen auf Kuba. Dies allerdings fassten die USA unter dem charismatischen Präsidenten John F. Kennedy als Bedrohung der nationalen Sicherheit auf.

Nach einer kurzen Vorstellung der Protagonisten auf amerikanischer und sowjetischer Seite beschreibt der Autor die Ereignisse im Oktober 1962 im Tagebuchstil vom 16. bis zum 28. Oktober 1962. Der Leser spürt die Dramatik und die Ratlosigkeit rund um Kennedy, der hin- und hergerissen ist zwischen seinen gemäßigten Beratern und den den „Falken“ – das sind die Hardliner unter dem Kommandeur der Bomberflotte Curtis LeMay („Dann wird die Sowjetunion zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang aufgehört haben, eine große Militärmacht und Nation zu sein.")

teininger zeigt mit seinem wissenschaftlich fundierten Buch die hauchdünne Grenze auf, welche damals die Welt vor einem nuklearen Krieg trennte. AM Ende der Kubakrise setzte sich dennoch sowohl auf sowjetischer als auch auf amerikanischer Seite die Vernunft durch. Dass dies alles andere als selbstverständlich war, bestätigt auch der ehemalige amerikanische Verteidigungsminister Robert MacNamara: "Es war pures Glück, nichts als Zufall."

Das heuer im Olzog-Verlag erschienen Buch wird durch einen ansehnlichen Bildteil (Fotographien und Karten) ergänzt und enthält auch eine genau Zeittafel.

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