Einwanderer attackieren Polizei, Politik hat Verständnis

BariIn der Nähe der süditalienischen Stadt Bari ist es gestern zu gewaltsamen Angriffen von Insassen eines Lagers für Einwanderer auf Polizisten gekommen. Nach den Angaben der Nachrichtenagentur ANSA wurden dabei 35 Personen verletzt. Die Einwanderer demonstrierten für eine schnellere Prozedur bei der Vergabe von Dokumenten für ihren Aufenthalt in Italien.

Szenen des Aufruhrs in Bari, der Hauptstadt Apuliens. Hunderte illegale Einwanderer blockieren die Bundesstraße 16a und die Eisenbahnstrecke. Sie haben Kanister und Decken in Brand gesetzt. Und sie verlangen ihre "Regularisierung" und den Status von politischen Flüchtlingen.

Bari

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Einwanderer besetzten in Bari auch die Eisenbahngleise.
Foto: Novopress

Die Polizei schritt ein, um zu versuchen, normale Verkehrsverhältnisse wieder herzustellen. Nach ersten Berichten warfen die Immigranten Steine auf die Polizisten und griffen sie danach mit Eisenstangen an. Mehrere Polizeiautos wurden beschädigt. Es gibt ungefähr dreißig Verletzte bei der Polizei, aber auch unter Passanten. Die Immigranten stürmten auch einen Bus der städtischen Verkehrsbetriebe, den sie als Straßenblockade einsetzten und verwüsteten. Sogar ein Fernsehteam, das die Illegalen zu ihren Forderungen interviewen wollte, wurde mit Steinen angegriffen. Der Straßenverkehr kam zum Erliegen, der Bahnverkehr auf der Linie Bari-Foggia war unterbrochen. Zahlreiche Regionalzüge wurden storniert, Fernverkehrszüge hatten Verspätung. Andere Immigranten setzten in der Zwischenzeit das Aufnahmezentrum in Flammen.

Präsident Apuliens will rasche Aufenthaltserlaubnis für alle

Die Politik reagiert mit großem Verständnis auf den Gewaltausbruch: "Immigration ist nicht ein Problem, das man nur mit Polizeimaßnahmen und Unterdrückung behandeln kann. Wir brauchen dringend eine politische Antwort auf die Situation, daher stehe ich nicht an, die Regierung zu bitten, eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen zu gewähren, wie es in den vergangenen Monaten während der Welle der Anlandungen aus Tunesien der Fall war", wird der Präsident der Region Apulien, Nichi Vendola, der dem linksgrünen Parteienbündnis Sinistra Ecologia Libertà angehört,  in der italienischen Zeitung La Stampa zitiert.

Es ist dies nicht der erste Zwischenfall in einem Asylantenzentrum. Vergangenen Samstag kam es bereits zu Ausschreitungen in einem Flüchtlingslager in der Nähe des römischen Flughafens Fiumicino. Die Auseinandersetzungen begannen, nachdem vier Einwanderer daran gehindert wurden, das Lager zu verlassen. Es wurden Matratzen in Brand gesteckt, die Einrichtung zertrümmert und die Polizei wurde mit Steinen, Flaschen sowie Metallrohren angegriffen. Dabei wurden acht Sicherheitskräfte verletzt und die Feuerwehr musste anrücken und mehrere Brände löschen.

Bereits 43.000 Flüchtlinge in Italien gelandet

Seit Jänner sind mindestens 43.000 Flüchtlinge und Migranten an den italienischen Küsten gestrandet. Alleine 33.000 Menschen kamen auf der lediglich 20 Quadratkilometer großen Insel Lampedusa an, die schon seit Jahren für Bootsflüchtlinge das ersehnte "Tor nach Europa" ist.

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