Aufstände mit BlackBerrys bestens organisiert

 BlackberryEin Polizeiaufgebot, das sämtliche Ressourcen ausschöpft, überfüllte Gefängnisse, hunderte Verletzte, mittlerweile vier Tote und enorme Sachschäden. Dass diese Ausschreitungen, die mittlerweile in vielen englischen Städten wüten, spontan nach dem Tod eines mutmaßlichen Bandenkriminellen zustande kamen, darf getrost bezweifelt werden. Dazu passt auch die offenbar perfekte Vernetzung der Aufrührer. So wurde bekannt, dass nur die wenigsten Aufrufe zur Gewalt bzw. Bekanntgaben von Treffpunkten über die öffentlich zugänglichen Kommunikationsplattformen wie Facebook oder Twitter verschickt wurden. Zum Einsatz kamen BlackBerrys mit ihrem abhörsicheren Messenger-System.

Blackberry

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Handys der Marke BlackBerry erlauben es den Aufrührern, sich
unerkannt zu verabreden.
Foto: kardboard604 / flickr (CC BY-NC 2.0)

Um ihre Vorhaben vor der Polizei geheim halten zu können, haben sich die Chaoten durch den Dienst BlackBerry-Messenger (BBM) organisiert, der nur auf BlackBerry Mobiltelefonen verwendet werden kann. Die Daten können hierbei verschlüsselt verschickt und nur von jenen Personen gelesen werden, mit denen die Absender auch vernetzt sind, sie sind somit nicht öffentlich zugänglich

Ausbruch der Unruhen war jederzeit steuerbar

Auf Grund der hohen Kriminalitätsrate der betroffenen Personengruppe kann man davon ausgehen, dass nicht jedes der verwendeten, relativ teuren Geräte legal erworben wurde. Zudem erscheint es unrealistisch, dass sich so viele Randalierer aus unterschiedlichen Städten innerhalb weniger Stunden nach dem Tod des 29jährigen Kriminellen in Tottenham vernetzen und Aufstände solchen Ausmaßes organisieren. Schließlich muss man jeden einzelnen Kontakt, mit dem man via BBM kommunizieren will, bestätigen um auch seine Mitteilungen lesen zu können. Die Strukturen waren offenbar bereits vorhanden, wohl auch bisher zu einem guten Teil, um kriminelle Aktivitäten im Verborgenen planen zu können.

BlackBerry unter Druck von Polizei und Hackern

Die Herstellerfirma der BlackBerry-Mobiltelefone, Research in Motion (RIM), hat inzwischen Zusammenarbeit mit den Behörden zugesichert. Doch es bleibt fraglich, inwiefern die Initiatoren der Ausschreitungen tatsächlich ausfindig gemacht werden können, schließlich lassen sich ein Großteil der verschlüsselten Nachrichten des BBM mit den vorhandenen technischen Mitteln der Behörden nicht abfragen. Es ist laut Experten ebenfalls unsicher, ob die Herstellerfirma von BlackBerry in der Lage ist die versendeten  Nachrichtentexte zu entschlüsseln. Um weitere Verabredungen zu Gewaltexzessen zu verhindern, erscheint die Stilllegung des Messengers der einzig gangbare Weg. Während RIM vereinzelt kritisiert wird, dies nicht schon getan zu haben, wurde das Unternehmen von Hackern angegriffen, weil es mit der Polizei zusammenarbeiten will. Die Internet-Kriminellen übernahmen den BlackBerry-Blog und drohten dem Unternehmen mit der Veröffentlichung vertraulicher Mitarbeiterdaten, sollte RIM seinerseits der Polizei Material aus den Messenger-Nachrichten liefern.

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