Peter Fechter – Symbol für die Berliner Todesmauer

Kreuz für Peter FechterAm 13. August jährte sich zum 50. Mal der Bau der Berliner Todesmauer. Damals setzten DDR-Volkspolizisten den Beschluss des SED-Politbüros in Ostberlin um, die seit 1945 geteilte Stadt endgültig abzuriegeln. Grund dafür war die scheinbar unaufhaltsame Absetzbewegung großer Teile der Bevölkerung aus dem kommunistischen „Arbeiter- und Bauernstaat“ DDR, den die Sozialistische Einheitspartei(SED) aus der sowjetischen Besatzungszone ab 1949 geformt hatte. Mängelwirtschaft, kommunistischer Terror und Unterdrückung machten es damals immer mehr Menschen unerträglich, weiter in diesem Unrechtsstaat zu leben. Durch eine Todesmauer, welche die SED, aber auch viele linke Sympathisanten im Westen zynisch als „Antifaschistischen Schutzwall“ definierten, wollte man diese Realität korrigieren.

Kreuz für Peter Fechter

Kreuz für Peter Fechter

Am Tag nach seinem Tod wurde Peter Fechter ein Kreuz errichtet.
Foto: Wikimedia

Viele Menschen aus der DDR konnten und wollten sich mit dieser Realität nicht abfinden. Ihr Drang nach Freiheit und ihr Widerstandswille gegen das kommunistische Unrechtsregime waren stärker als ihre Furcht vor Konsequenzen bis hin zum eigenen Tod. Für diese unerschütterliche Haltung wurde ein hoher Blutzoll gezahlt. Insgesamt geht man von rund 400 „Mauertoten“ aus. Zu dieser Gesamtzahl zählen 98 DDR-Flüchtlinge, 30 Personen die nicht im Zusammenhang mit einem unmittelbaren Fluchtversuch an der Mauer zu Tode kamen, 8 im Dienst getötete Grenzsoldaten und 251 Personen, die bei Grenzkontrollen, hauptsächlich durch Herzinfarkt in Folge der unmenschlichen Behandlung verstorben waren.

Ein Opfer stellvertretend für viele: Peter Fechter

Bis heute ein personifiziertes Symbol, stellvertretend für alle Opfer der Berliner Todesmauer ist Peter Fechter. Der 18jährige Maurergeselle versuchte am 17. August 1962 um etwa 14:15 Uhr die Berliner Mauer gemeinsam mit einem Arbeitskollegen zu überwinden, um in den Westen zu flüchten. Während es Fechters Kollegen gelang, wurde dieser  vor den Augen etlicher Zeugen noch auf der Mauer ohne Vorwarnung von DDR-Grenzpolizisten angeschossen. Fechter blieb in Folge im Todesstreifen auf Ostberliner Territorium bewegungsunfähig fast eine Stunde liegen. In diesem Zeitraum kamen ihm weder die DDR-Grenzpolizisten, noch die diensthabenden US-Soldaten auf Westberliner Seite zu Hilfe. Peter Fechter verblutete und starb nach etwa einer Stunde im Todesstreifen. DDR-Grenzpolizisten bargen schlussendlich seinen Leichnam. Die weltweite mediale Berichterstattung erzeugte damals hohe Aufmerksamkeit, dokumentierte aber auch die Hilflosigkeit des Westens.

Sippenhaft für Fechters Familie – Mildes Urteil für Todesschützen

In Folge dieses tödlich verlaufenen Fluchtversuchs wurde die Familie Fechters in Sippenhaftung genommen. Der Vater starb verbittert, die Mutter wurde psychisch krank. In weiterer Folge wurde die Familie von den DDR-Behörden bis 1989 überwacht und schikaniert. Nach dem Fall der Todesmauer 1989 und der Deutschen Wiedervereinigung kam es im Zuge der sogenannten „Mauerschützenprozesse“ auch zur Anklage gegen jene Grenzsoldaten, die Fechters Tod zu verantworten hatten. Die beiden noch lebenden Todesschützen wurden 1997 zu lediglich 20 bzw. 21 Monaten bedingter Strafen von einem Berliner Gericht wegen „Totschlags“ verurteilt. Heute erinnert nur noch ein Mahnmal in der Berliner Zimmerstraße nahe dem Checkpoint Charlie an Fechters Tod, auf ein Ehrengrab wartet Fechter in der von SPD und Linkspartei regierten deutschen Bundeshauptstadt bis heute.

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