Van der Bellen: Der stumme Universitätsbeauftragte

Alexander Van der BellenVor wenigen Tagen ließ der designierte Rektor der Universität Wien mit einem Hilferuf aufhorchen. Sollten nicht zusätzliche Mittel ab 2012 für die österreichischen Universitäten bereitgestellt werden, dann überlegt die größte österreichische Universität, die Uni Wien, die Schließung von Studienrichtungen für neue Studenten. Nach Berechnungen des neuen Wiener Rektors Heinz Engl fehlen insgesamt rund 900 Millionen Euro für die österreichischen Universitäten. Auch andere österreichische Rektoren fordern endlich eine solide Universitätsfinanzierung durch die rot-schwarze Bundesregierung.

TU Wien bereits mit großen Verlusten

Alexander Van der Bellen

Alexander Van der Bellen

Schweigt eisern zur Uni-Misere: Alexander Van der Bellen
Foto: gruenelinz / flickr

Während die österreichische Rektorenkonferenz vor zukünftigen Finanzengpässen warnen, falls ihr Budget für die Jahre 2013 bis 2015 nicht erhöht wird, hat die Technische Uni Wien schon aktuell mit großen finanziellen Engpässen zu kämpfen. Bereits im vergangen Wirtschaftsjahr 2010 hatte sie ein sattes Minus von rund 18,4 Mio. Euro eingefahren. Lediglich durch die Auflösung von Rücklagen konnte der Verlust etwas reduziert werden. Es verblieb aber schlussendlich ein Bilanzverlust von nicht weniger als 13,45 Millionen Euro, den die TU nun für die Zukunft mitschleppen muss.

Wiener Uni-Beauftragter mit Schweigegelübde?

Obwohl gerade die Wiener Universitätslandschaft mit großen Problemen zu kämpfen hat, schweigt einer, der sich eigentlich seit dem Februar diesen Jahres um diese Angelegenheiten auf Seiten der Stadt Wien zu kümmern hätte: der Wiener Forschungsbeauftragte und ehemalige Grüne Bundesparteiobmann Alexander van der Bellen. Seine Aufgabe wäre es laut Beschlusslage des Gemeinderates vom Februar 2011, Sprachrohr in der Universitäts- und Bildungspolitik gerade für den Universitäts- und Forschungsstandort Wien zu sein. Durchsucht man die Pressemeldungen im letzten halben Jahr nach Aussagen und Stellungnahmen Van der Bellens in seiner neuen Funktion, dann findet sich nicht ein einziger Treffer. Offensichtlich hat er ebenso wie seine grünen Parteigenossen mit dem Eintritt in die rot-grüne Rathauskoalition ein Schweigegelübde abgelegt und darf zu aktuellen politischen Fragen nur nach vorheriger Genehmigung durch den SPÖ-Bürgermeister Häupl etwas von sich geben.

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