Rote Minister halten „brave“ Medien am Leben

ZeitungswerbungWundert es noch jemanden, dass die österreichischen Medien zwar wochenlang über Personen in der FPÖ herziehen, doch Politiker anderer Coleurs, auch wenn sie  – wie im Fall eines burgenländischen Bürgermeisters – Wahlbetrug begehen, von ihren Barracuda-Redakteuren weitgehend verschonen? Die Sache ist ganz einfach: SPÖ und ÖVP „kaufen“ sich die Zeitungen mit teuren Inseraten. Auf Kosten der Steuerzahler versteht sich.

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Die großen Profiteure der ministeriellen Inseratenflut:
Kronen Zeitung, Österreich und Heute
Foto: Unzensuriert.at

Einen weiteren Beweis dafür lieferten Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Gesundheitsminister Alois Stöger in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage, die der Nationalratsabgeordnete Werner Königshofer einbrachte. Königshofer wollte wissen, wie viel Geld die beiden im Jahr 2010 für Schaltungen in Medien ausgegeben haben. Es sind einige hunderttausend Euro, aber das Interessante dabei: Vom lukrativen Werbekuchen durften sich die Zeitungen Österreich, Kronen Zeitung und Heute die weitaus größten Stücke abschneiden. Dagegen bekamen die eher intellektuellern Medien wie Standard oder Presse nur Brösel ab.

Österreich bekam allein vom Gesundheitsressort, also von Minister Stöger, 234.813 Euro, die Krone 224.346 Euro und Heute 132.408. Noch großzügiger agierte Hundstorfer in seinem Sozialressort: Er vergab die meisten Werbeeinschaltungen an Österreich im Wert von 254.540 Euro, Inserate im Wert von 220.352 Euro erhielt Heute und die Krone wurde offiziell mit 60.690 Euro bedacht. Warum offiziell? Weil es in der Auflistung noch weitere Summen gibt, einmal 220.000 Euro, einmal 215.800 Euro und einmal 286.696 Euro. Doch bei diesen „Informationsmaßnahmen“ sei eine Zuordnung der Kosten auf das einzelne Medium nicht möglich, teilt Hundstorfer in der Anfragebeantwortung mit.

Rote Minister schalten bei eigenem Medienhaus

Transparenz schaut anders aus. Für Otto Normalverbraucher gibt es in der Welt der „Medien-Subventionen“ längst keinen Durchblick mehr. Manches Sümmchen läuft da unter dem Deckmantel von Partnerschaften, oder es werden ähnliche Konstruktionen geschaffen, die es ermöglichen, Zeitungen, die auf Linie sind, zu belohnen. Allerdings wird einem bei den Summen, die allein die Ressorts von Hundstorfer und Stöger für Werbung ausgeben, ganz schummelig. Ein Vielfaches von dem – so die wohl berechtigte Vermutung – wird von den restlichen Ressorts und ihren SPÖ- und ÖVP-Ministern ausgegeben. In der Bevölkerung entsteht zunehmend der Eindruck, dass so genannte Informationskampagnen nur dazu dienen, ein befreundetes Medium am Leben zu erhalten.

Was aber wirklich keiner, mit Ausnahme der Sozialisten, versteht: Dass sich die roten Minister nicht genieren, bei Produkten des eigenen Echo-Medienhauses zu inserieren. Stöger gab zu, in Bezirksblatt, VOR-Magazin oder Wien live, die alle zur SPÖ-Familie gehören, 18.849 Euro gesteckt zu haben. Hundstorfer wieder mehr, nämlich 81.470 Euro. Auch bei großen Kampagnen ließ er seine Parteifreunde nicht im Stich – so war das Bezirksblatt als einziges lokales Medium und das VOR-Magazin, das in Straßen- und U-Bahnen hängt, bei der Informationsschaltung für die Mindestsicherung, bei der das Ministerium 286.696 und in einer zweiten Welle 50.000 Euro ausgab, dabei.

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