Linke „Junge Welt“ glorifiziert Mauerbau

Gesine LötzschEine besondere Art der „linksextremen Wiederbetätigung“ leistete sich die aktuelle Ausgabe der linken Publikation Junge Welt in Berlin auf ihrem Titelblatt. Über einem Foto von einer bewaffneten DDR-Volkspolizeieinheit vor dem Brandenburger Tor, aufgenommen in den Augusttagen 1961, proklamierte die Redaktion dieses Linksblattes: „Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: ‚Danke‘“. Unter anderem wird dies damit gerechtfertigt, dass die Berliner Mauer „Wohlstand und Bildung 28 Jahre geschützt hätte.“ Eine solche Provokation, die das ehemalige FDJ-Blatt hervorgebracht hatte, führte sogar in der bundesdeutschen Öffentlichkeit, in der sonst bevorzugt gegen „Rechts“ Stellung genommen wird, zu einem Aufschrei.

Kritik aus allen anderen Bundestagsfraktionen

Insgesamt 31 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, also Künstler, Politiker, Schriftsteller, Bürgerrechtler, Wissenschaftler und Maueropfer, haben in einem Aufruf an die Partei Die Linke als Nachfolgeorganisation der ehemaligen Staatspartei SED dazu aufgerufen, sich von der Jungen Welt zu distanzieren und sämtliche finanziellen Zuwendungen wie Inseratenaufträge an diese extrem linke Zeitung einzustellen. So haben diesen Appell etwa Henryk M. Broder, Sigmar Faust, Freya Klier, Andreas Nachama und Michael Wolffsohn unterzeichnet.

Junge Welt ist Plattform der Linkspartei

Gesine Lötzsch

Gesine Lötzsch

Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch ist Stammgast in der Jungen Welt
und distanziert sich nur halbherzig von der Mauer-Glorifizierung.
Foto: linksfraktion / flickr (CC BY 2.0)

Gerichtet ist dieser Appell an die Linke-Führungstroika aus Gesine Lötzsch, Klaus Ernst und Gregor Gysi. Von dort kommt dann auch eine mehr als verhaltene Distanzierung, wenn Linken-Parteichefin Lötzsch meint: „Ich halte die Titelseite für nicht akzeptabel." Ob dieser Wortspende allerdings Taten folgen werden, ist fraglich, ist die Junge Welt doch die bevorzugte Plattform der Linken. Lötzsch ist etwa ständiger Interviewpartner dieser Zeitung, und die Linke-Abgeordnete Ulla Jelpke ist dort Autorin zu innenpolitischen Themen. Im Frühjahr 2011 organisierte die Junge Welt gemeinsam mit fundamentalkommunistischen Exponenten eine „Rosa Luxemburg-Konferenz“ unter dem Titel „Wo bitte geht's zum Kommunismus?", in der ebenfalls in historischen Traditionen geschwelgt wird.

Ruf nach Vorgehen gegen DDR-Glorifizierung wird laut

Die aktuellen Vorkommnisse rund um die Junge Welt haben nun auch den Ruf nach einem Vorgehen gegen die DDR-Glorifizierung laut werden lassen. So stellte etwa der Chef der Stasi-Aufklärungsbehörde, Roland Jahn, fest, dass es wichtig sei, die Aufklärung über den Unrechtsstaat DDR voranzutreiben. Vor allem die durch die Stasi betriebene Vertuschung der Schicksale der Mauertoten bedarf nach Ansicht Jahns einer fortgesetzten Offenlegung. Der CDU-Innenminister des Bundeslandes Niedersachsen forderte eine strenge Überwachung der linksextremen Szene durch den deutschen Verfassungsschutz.

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