Buchtipp: World Wide War – Angriff aus dem Internet

InternetzensurJeder Internetbenutzer wird sich immer stärker bewusst, dass jede Bewegung im weltweiten Datenhighway jederzeit nachvollzogen werden kann – es vergeht ja auch kaum ein Tag, an dem nicht über Kriminalität im Zusammenhang mit dem Internet berichtet wird. Dies alles ist aber für den renommierten amerikanischen Wissenschaftler und Berater von vier amerikanischen Präsidenten, Richard Clarke, nichts im Vergleich zu dem, was uns allen noch blühen kann.

In dem nun aufgelegten Buch World Wide War: Angriff aus dem Internet konnten Clarke und sein Co-Autor Robert Knake, ein Fachmann für Cyberkriminialität, bereits virtuelle Kriegsschauplätze lokalisieren. Hier sei etwa der elektronische Angriff auf Estland genannt. Die estnische Regierung entfernte trotz heftigem Protest durch Russland eine Statue, welche einen sowjetischen Soldaten darstellt, aus dem Zentrum der Hauptstadt Tallin. Das heutige Russland verzichtete zwar auf militärische Maßnahmen im herkömmlichen Sinne, führte aber einen Angriff gegen die Infrastruktur des Landes durch. In nur kurzer Zeit brach das Telefonnetz zusammen, das Banknetz wurde massiv geschädigt und die Homepages der einzelnen staatlichen Stellen waren über einen längeren Zeitraum nicht mehr verfügbar. (Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin nicht weil keiner will, sondern weil nichts mehr funktioniert.)

Der Begriff Cyberwar ist also ein akutes Problem der hoch technisierten Länder der westlichen Welt, dies stellt Clark recht anschaulich an einem Angriff auf ein Kraftwerk in den USA dar. Bis heute ist der Urheber dieses Anschlages nicht bekannt – wäre der Anschlag geglückt, wäre eine wirtschaftliche, ökonomische wie auch ökologische Katastrophe unausweichlich geblieben.

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Das Internet ist Werkzeug und Ziel moderner Anschläge. Daten sind
nur unzureichend geschützt – auch die der Staaten.
Foto: mawyn / flickr

Dies alles wirft natürlich die Frage auf: Wie sicher sind die elektronischen Systeme der Industrienationen? Laut Clark sind sie nur unzureichend geschützt, und ein talentierter Hacker wird immer einen Weg finden, um in ein System eindringen zu können. Dies sei beispielsweise auch über einen Kopierer oder Getränkeautomaten möglich…

Wie aber kann man sich als Staat vor solchen Angriffen aus dem Cyberspace schützen? Clarke fordert, dass nun endlich wirksame Institutionen geschaffen werden, ähnlich der internationalen Atombehörde IAEA. Diese soll auch Cyberwaffen einem Sperrvertrag unterziehen, Verstöße müssten dann dementsprechend geahndet werden.

Die beiden Autoren Clark und Knake räumen auch mit dem Mythos des Cyberwar als sauberer Krieg auf, zwar finde der Beginn der Kampfhandlungen im virtuellen Raum statt, die Auswirkungen allerdings könnten sich allerdings sehr schnell global ausbreiten.

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