Jungsozialistische "Abschlachter" verlieren ihre Ämter

27. August 2011 - 8:08

SJ - HiebeZwei steirische Nachwuchshoffnungen der Sozialistischen Jugend haben sich auf Facebook ganz offensichtlich im Ton vergriffen. Grund dafür sind die hasserfüllten Verse, die Sebastian Seidlitz, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Bruck an der Mur, in einem klassenkämpferischen Gedicht online gestellt hat. Darin war unter anderem die Rede davon, „Reiche abzuschlachten“ und ihre „Gründe an Obdachlose zu verpachten“. Diese Hasstiraden wurden vom Bezirksobmann Michael Peiner mit einem „Gefällt mir!“ und folgendem Kommentar gewürdigt: „Der is seeehr nice :DD“.

SJ - Hiebe

SJ - Hiebe

„Hiebe für die Reichen, Marihuana für das Volk!“, titelt die SJ in der Steiermark.
Zwei der Jungsozis gehen sogar weiter und wollen Reiche abschlachten.
Foto: www.sj-graz.at

Nach Aufdecken des Skandals durch den Mürzzuschlager FPÖ-Landtagsabgeordneten Hannes Amesbauer zieht der steirische SJ-Chef Max Lercher jetzt die Notbremse. Die beiden "Menschenfleischer" wurden umgehend ihrer Funktion enthoben. „Wir haben innerhalb von 24 Stunden als Organisation reagiert“, sagt Landesvorsitzender Max Lercher. Am 13. August sei das passiert. Ein Schiedsgericht werde über die weitere Zukunft der beiden Sozis innerhalb der Jugendorganisation entscheiden. Eine vorzeitige Beendigung ihrer Mitgliedschaft sei keinesfalls ausgeschlossen.

Lercher meinte, Böhler-Mitarbeiter Seidlitz habe ihm erklärt, die vulgären Botschaften im Hip-Hop-Jargon in einer derben Ausdrucksweise und überspitzt verfasst zu haben und dass diese keinesfalls etwas mit der SJ zu tun gehabt hätten. Er habe das als Biss gemeint – im Rap-Jargon eben, schreibt der Kurier und meint wohl eher den Ausdruck "Diss", der dafür steht, andere musikalisch schlecht zu machen. AHS-Schüler Peiner will das ebenfalls nicht als politische Meinung verstanden haben. „Das ist ein morbider Schmäh, dafür habe ich kein Verständnis“, bleibt SJ-Chef Lercher dennoch hart. Gerade die SJ sei eine pazifistische Organisation. Aufrufe zu Hass und Gewalt würden nicht toleriert. Dem kontert Amesbauer: „Die SJ konnte es anscheinend gar nicht erwarten, dass auch in Österreich englische Zustände einkehren und man endlich losschlagen kann gegen die Reichen und alles, was nicht in das sozialistische System passt.“

Der genaue Wortlaut der Hasstirade: „Die Welt wird brennen wie Sterne am Horizont Banken Villen Parlamente alles ist bis auf die Grundsteine abgebrannt… Die Krise sie wird uns alle schnappen doch wir lassen uns nicht mehr täuschen durch die ganzen Politattrappen es wird Zeit aufzustehen auf die Straße zu gehen und ein jeder wird verstehen dass die Reichen bald ihr Ende sehen…. Angesicht zu Angesicht werden sie geschlachtet und ihre Gründe an Obdachlose verpachtet wir werden sie entmachten diese Schweine wie sie über uns lachten doch ihren Reichtum werden wir uns stehlen danach werden wir sie quälen…… Reiche entmachten jetzt!!“

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