„Wer schuld ist, ist letztendlich wurscht!“

Diese Worte fand der Generaldirektor der Erste Bank, Andreas Treichl. Es käme seiner Ansicht nach nur darauf an, dass sich Politik, Banken und Wirtschaft intensiver austauschen, damit künftige Krisen verhindert werden könnten. Nun ja, gegen intensiveren Austausch dieser drei „Partner“ ist wohl nichts einzuwenden. Andreas Treichl scheint nur vergessen zu haben, wer die Krise verursacht hat: Das war ganz ohne Zweifel hauptsächlich die Finanzwirtschaft – und "wurscht" ist das natürlich keinesfalls.

Er kam in der ORF-Diskussion „Im Zentrum“ zu dem Schluss, dass jene für Krisen bezahlen, die an ihrer Entstehung unschuldig sind. Dies entspricht, betrachtet man die derzeitige Krise, die von einer anfänglich rein spekulationsgetriebenen zu einer ausgewachsenen Wirtschaftskrise wurde, zweifellos den Tatsachen. Allerdings liegen diesem Umstand keine Naturgesetze zugrunde.

Es ist jetzt die Aufgabe politischer Verantwortungsträger, endlich den Interessen der Wähler entsprechend zu handeln. Diesen sind sie verpflichtet und nicht Generaldirektoren oder Vorständen von mehr oder teilweise auch weniger systemrelevanten Banken. Dass sich die Manager großer heimischer Bankhäuser gegen jegliche Abgabe zum Wohl der Gesellschaft wehren, oder sich auf ganz "seriöse“ Art dagegen aussprechen, ist an Zynismus kaum zu überbieten. War es doch der österreichische Steuerzahler, der mit dem 100 Milliarden Euro schweren Bankenhilfspaket die Banken vor dem Zusammenbruch bewahrt hat. Dieses Volumen entspricht ungefähr 40 Prozent des heimischen Bruttoinlandsprodukts. Namhafte Bankmanager behaupten nun allen Ernstes, Solidarbeträge im Hundertstelprozentbereich ihrer Bilanzsumme seien nicht finanzierbar oder müssten gar an ihre Kunden weitergegeben werden.

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