Schauspielender Ex-Bürgermeister mit bühnenreifem Comeback

Die Badener Schwarzen nehmen sich ein Beispiel am stimmenmaximierenden Streit zwischen Ernst Strasser und Othmar Karas vor der EU-Wahl – und inszenieren für die Gemeinderatswahl am 14. März eine parteiinterne Auseinandersetzung. Keiner wäre als Hauptdarsteller berufener als Alt-Bürgermeister August Breininger – begeisterter Laien-Schauspieler mit seit kurzem sogar offiziell bestätigter Bühnenreife.

Breininger war 19 Jahre lang Bürgermeister in Baden und ein schillerndes Urgestein der niederösterreichischen Landespolitik, bis er 2007 überraschend zurücktrat. Mit der Arbeit seiner Nachfolgerin Erika Adensamer ist er offenbar nicht zufrieden und will nun – als frischgebackener Magister der Philosophie – im zarten Pensionsalter von 65 Jahren wieder kandidieren. Ein Vorzugsstimmen-Match gegen die Bürgermeisterin schlug er vor, wurde aber von der ÖVP nicht auf die Kandidatenliste gesetzt.

Beide Seiten operierten im Vorfeld mit zweifelhaften Meinungsumfragen. So soll laut einer Studie aus dem Breininger-Lager die ÖVP Baden Adensamer nur noch 36 % der Wählerstimmen ergattern. Glaubt man der Umfrage der Rivalin werden die Schwarzen rund 44 bis 46 Prozent erhalten.

Jetzt wird Breininger wohl mit einer eigenen Liste in die Wahl ziehen, auch wenn er sich offiziell noch bedeckt hält und auch Enkelbetreuung als Beschäftigungsmöglichkeit sieht. Doch wenn man die ÖVP-Wahltaktik kennt, liegt die Wahrscheinlichkeit hoch, dass noch der Wahl fusioniert wird, wenn so wieder eine absolute schwarze Mehrheit gesichert werden kann. Ohne die Partei sind sie dann doch alle nichts – persönliche Eitelkeiten hin oder her.

Fest steht, dass die Wähler für das Breininger-Adensamer-Theater keinen Kopf haben. Desaströse Sicherheitszustände in den Siedlungen und Gewerbegegenden, zu hohe Kommunalabgaben und die Kurzparkzone sind die Themen, welche die Badener Bürger derzeit tatsächlich beschäftigen.

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