Kommunistische Gemeinnützigkeit: Die Alfred-Klahr-Gesellschaft

BildWährend der unter dem Einfluss der österreichischen Sozialdemokratie stehende Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung bereits 1959 das Licht der Vereinswelt erblickte, zog die Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ) erst im Jahre 1993 mit der Gründung der Alfred-Klahr-Gesellschaft – Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung nach.

Auf der Webseite der Alfred-Klahr-Gesellschaft wird diese ideologische Spielart eines „Vereins zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung“ als gemeinnützige Organisation deklariert. Sitz des Vereines ist die Drechslergasse 42 in Wien-Penzing. Namensgeber des Vereins ist Dr. Alfred Klahr, ein ehemaliges Mitglied des Zentralkomitees der KPÖ. Aufgabe dieser gemeinnützigen Organisation ist, „das Archiv und die Bibliothek der Kommunistischen Partei Österreichs als nationales Kulturgut zu sichern, zu verwalten und wissenschaftlich zu erschließen.“

Gründungsmitglieder waren ausschließlich Altkommunisten

Alfred Klahr

Alfred Klahr

In der DDR schaffte es Alfred Klahr aus eine
Briefmarke, die kommunistische Gesellschaft
will das auch in Österreich erreichen.
Foto: stamps-gallery.com

Als Gründungsmitglieder werden unter anderem Franz Muhri (KPÖ-Parteiobmann von 1965 bis 1990); Vinzenz Böröcz, (KPÖ-Landesparteiobmann Burgenland von 1946 bis 1981), der kommunistische Anwalt Dr. Jakob Zanger oder der marxistische Historiker Univ.Prof. Dr. Hans Hautmann genannt. Daneben eine ganze Reihe anderer altkommunistischer Aktivisten wie Irma Schwager, Maria Cäsar, Margareta Klug, Robert Bondy, Otto Brichacek, Franz Kain, Max Muchitsch, Dr. Eduard Rabofsky, Rudolf Schober oder Dr. Heinz Zaslawski.

Bis 2005 aus dem Umfeld der SED-Novum finanziert

Nach Angaben der Gesellschaft befand man sich bis 2005 im Finanzierungsverbund der KPÖ, sodass man genötigt war, im Jahr 2005, die Verwaltung des Archivs der KPÖ zurückzulegen, da sich die Parteiführung infolge des Novum-Urteils nicht mehr imstande gesehen hatte, den Posten des wissenschaftlichen Leiters der AKG weiter zu finanzieren. Indirekt hatten also die Erträge aus der kapitalistisch-staatswirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem 1989 untergegangenen SED-Regime in Ostberlin zur Finanzierung der Wissenschaft beigetragen. Nach dem Einzug der KPÖ in den Landtag der Steiermark 2005 wurden dort die zur Verfügung stehenden Fördertöpfe für die Gründung eines „Bildungsvereins der KPÖ Steiermark“ genutzt, den man nunmehr als öffentliche Geldquelle für das Veranstaltungswesen gemeinsam mit der Alfred-Klahr-Gesellschaft heranzog.

Keine Briefmarke für Alfred Klahr

Ihren Helden wollten die kommunistischen Historiker anlässlich seines 100.Geburtstags im Jahr 2004 gebührend feiern. Ein Antrag an die Post, ihm eine Sonderbriefmarke zu widmen, scheiterte allerdings zum Missfallen der Genossen. Die Post ersparte es der demokratischen Republik Österreich, auf einer Stufe mit der DDR stehen zu müssen.

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