„Arbeitsstrich“ in der Herbststraße nur eine Fata Morgana?

Dagmar Belakowitsch-JeneweinDer "Arbeitsstrich" sorgt ist in Wien nach wie vor Aufregung. Meistens sind es Menschen, die illegal in Österreich sind, am Straßenrand stehen und zu Billigpreisen ihre Tätigkeiten anbieten, sei es als Bauarbeiter, Gärtner oder Helfer in der Landwirtschaft. Für die Anrainer ist die Situation proplematisch – sie fühlen sich in ihrem Lebensumfeld eingeschränkt und unsicher. In der Herbststraße in Wien-Ottakring sind die Proteste der Bezirksbewohner besonders heftig.

Dagmar Belakowitsch-Jenewein

Dagmar Belakowitsch-Jenewein

Ottakrings FPÖ-Obfrau Dagmar Belakowitsch-Jenewein hört zahlreiche Klagen
der Bürger über den Arbeitsstrich in der Herbststraße.
Foto: FPÖ

Der 16. Bezirk hat ohnedies schon einen hohen Ausländeranteil. Dass sich dort auch der Arbeitsstrich angesiedelt hat, ist für die betroffenen Bewohner besonders ärgerlich. Seit Jahren wird auf das Problem hingewiesen, doch weder Bezirksvorstehung noch Stadtverwaltung konnten wirksame Schritte dagegen setzen. Diese unbefriedigende Situation nahm nun die Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein, die auch FPÖ-Bezirksobfrau in Ottakring ist,  zum Anlass, eine parlamentarische Anfrage an Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) zu stellen – und zwar:  Wie oft sind in der Herbststraße Kontrollen durchgeführt worden, wie viele Personen, die eine illegale Beschäftigung gesucht haben, wurden dabei aufgegriffen und welche Maßnahmen sind geplant, um den Arbeitsstrich aufzulösen?

Ein Jahr lang keine einzige Kontrolle

Überraschende Antwort: Im ganzen Jahr 2010 wurde keine einzige Kontrolle durchgeführt! Maßnahmen zur Auflösung des Arbeitsstrichs in der Herbststraße seien keine geplant, „weil insgesamt beobachtet werden konnte, dass das Gebiet so gut wie gar nicht mehr für Anwerbung oder Abholung von Arbeitskräften genützt wird“, so die zuständige Ministerin Fekter in ihrer Anfragebeantwortung. Wer das beobachtet hat, sagt sie nicht. Das Problem Arbeitsstrich ist im Finanzministerium also anscheinend nicht existent. Die vielen Anrainer, die sich bei der FPÖ-Politikerin Belakowitsch-Jenewein über die Zustände in der Herbststraße beschwerten, dürften demnach wohl nur eine Fata Morgana gesehen haben.

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