Landeshauptmann Pröll keilt für Versicherung

BildEine neue Nebenbeschäftigung für den niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll? Sein Handeln ist jedenfalls ungewöhnlich: Zu Schulbeginn schickte der ÖVP-Mann einen Brief an die Eltern. Darin rät er ihnen zu einer Unfallversicherung für die Kinder. Dem Schreiben lag ein Erlagschein bei.

 

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Landeshauptmann Pröll wirbt ganz neutral für eine Versicherung.
Foto: wikimedia / Christian Jansky / (CC BY-SA 3.0)

Im Land unter der Enns herrscht deshalb Aufregung. Die Opposition kocht, weil Pröll in dem Brief an die Eltern eine Kinder- und Schüler-Unfallversicherung anpreist. Dass diesem Brief auch ein Zahlschein der Niederösterreichischen Versicherung beiliegt, macht die Angelegenheit noch brisanter. Denn jeder hätte sich eine objektive Aufstellung der Leistungen unterschiedlicher Versicherungen erwartet. „Alles andere ist unseriös“, meint Thomas Huber, der Landesgeschäftsführer der NÖ Grünen. Gegenüber ORF.at kontert der Sicherheitssprecher der ÖVP NÖ, Gerhard Karner, umgehend: Seit einem folgeschweren Unfall ohne Versicherungsschutz vor 15 Jahren zeige man so, dass Familien und die Sicherheit der Kinder der ÖVP ein großes Anliegen seien.

Macht das Beispiel Schule, ergäben sich für Politiker weitreichende Möglichkeiten, befreundete Unternehmen zu bewerben. So könnte Bundespräsident Heinz Fischer auf die Idee kommen, jedem Pensionisten einen Brief zu schreiben und für die Dritten Zähne eines Unternehmens zu werben, bequemer Weise gleich mit einem Erlagschein für eine Anzahlung im Anhang. Fischer könnte argumentieren, sich Sorgen um die Gesundheit der älteren Generation zu machen.

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