Die ungesunden Kinder der modernen Spießer

Eine aktuelle europaweite Studie über die Kinder- und Jugendgesundheit zeigt brisante Resultate. Im Vergleich zu andern OECD-Staaten schneidet Österreich darin katastrophal ab.
Überdurchschnittlich hoch ist hierzulande der Alkohol- und Nikotinkonsum. Auch die Suizidrate von Kinder- und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren ist tragisch.

Es ist schlecht bestellt um die Gesundheit unserer Kleinsten. Das ergibt der jüngste Bericht der „Liga für Kinder- und Jugendgesundheit“. Auf der Rangliste der Kindergesundheit nimmt Österreich nur den 27. Platz ein, gefolgt von Mexiko, Neuseeland und der Türkei. In keinem anderen Land mit solch hohem Pro-Kopf-Einkommen rauchen so viele 15-Jährige wie in Österreich. Der Anteil der jungen Raucher, die mindestens einmal pro Woche zum Glimmstängel greifen, liegt mit 27 Prozent um mehr als ein Drittel über dem europaweiten Schnitt.

Dabei ist der vergleichsweise hohe Zigarettenkonsum nur der Anfang. 23 Prozent der Jugendlichen in dieser Altersgruppe trinken regelmäßig Alkohol. Sie geben an, schon mindestens zweimal betrunken gewesen zu sein. Im OECD-Mittel sind es hingegen rund 20 Prozent. Ein Warnzeichen ist außerdem die extrem hohe Selbstmordrate bei den 15 bis 19-Jährigen. Nur in wenigen Ländern ist diese Zahl noch höher.

Die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dr. Susanne Winter zeigt sich angesichts dieser Zahlen „schockiert“ und sieht das katastrophale Abschneiden im Vergleich zu anderen OECD-Staaten als „schrillendes Alarmzeichen für die Politik“. Sie spricht zudem von einem völlig falsch vermittelten Familien- und Gesellschaftsbild des linken Establishments, welches jungen Menschen die Identität nimmt. In ihrer Orientierungs- und Perspektivenlosigkeit suchen viele Kinder vermeintliche Ersatzgeborgenheiten, wie etwa Alkohol oder Drogen. Schließlich aber verzweifeln sie an der Leere ihres Lebens.

Ein anschauliches Beispiel für fehlgeleitete Erziehung lieferte unlängst der deutsche Rap-Sänger Smudo ab. Der forsche Kämpfer gegen Rechts beschäftigt seine zweieinhalbjährige Tochter mit einem iPhone und ist fast stolz darauf, dass sie danach schon "süchtig" sei. Das ist auch gar nicht schlimm, denn für ihn sind Kinder ohnehin „adaptive Wesen“ die sich aus der medialen Dauerberieselung „das Passende heraussuchen“.

Für Smudo sind Kulturpessimisten – also jene die sich über den Sittenverfall der Jugend beklagen – Spießer. Dabei sind spießig im Sinne der Anbiederung an den Zeitgeist heutzutage eher die gnadenlosen Kulturoptimisten, wie die Sezession schreibt. Und wohin diese modernen Spießer ihre Kinder treiben lassen – das Wort erziehen wird dem nicht gerecht -, steht in der aktuellen Jugend-Gesundheitsstudie.

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