Perfekte Inszenierung um Geburt von Frankreichs „Thronfolger“

Die Schwangerschaft von Frankreichs Präsidentengemahlin Carla Bruni kommt immer mehr in die Schlagzeilen – und wird zum Politikum. Das französische Nachrichtenportal Novopress erkennt bereits Parallelen mit der Geburt von Napoleons Sohn vor genau 200 Jahren.

Bruni und Sarkozy

Bruni und Sarkozy

Inszenieren die bevorstehende Geburt ihres gemeinsamen Kindes:
Carla Bruni und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.
Foto: www.kremlin.ru / Wikimedia (CC BY 3.0)

Am vergangenen Samstag zeigte sich die Frau des Staatschefs aus Anlass der "Gedenktage für das europäische Erbe" vor den Linsen der Kameras. Carla Bruni zeigte bei dieser Gelegenheit den Besuchern des Präsidentenpalastes, darunter eine sensationslüsterne Meute von Journalisten, sowohl ihre Körperrundungen wie auch ihre Gemütsverfassung: sie wolle vor allem ihrem Baby zuliebe "nicht mehr rauchen und nicht mehr Wein trinken".

Wegen der 43-jährigen Sängerin scheint ganz Frankreich den Atem anzuhalten: "Ab dem 1. Oktober kann es jederzeit soweit sein", so ihre Vorwarnung. Die Regenbogenpresse ist natürlich sofort zur Stelle. Neuester Klatsch: Klöpplerinnen aus Fégréac (Loire-Atlantique) hätten der Frau des Staatsoberhauptes ein Dutzend von Hand genähter und umweltfreundlicher Windeln zustellen lassen.

Napoleon II

Napoleon II

Schon als Baby ein Star: Napoleon II auf einem Gemälde aus 1812.
Foto: www.donaldheald.com / Wikimedia (Public Domain)

Die politische Instrumentalisierung der Geburt eines Erben an der Staatsspitze ähnelt dem, was vor 200 Jahren während des Ersten Reiches unter Napoleon I passierte. Nicolas Sarkozy wird ja gerne als Napoleon karikiert und mit dem Sieger von Austerlitz verglichen. Laut der Webseite Herodote.net habe es rund um die Geburt des Sohnes des französischen Kaisers eine "sorgfältig konzertierte Propaganda" gegeben. Man habe aus dem freudigen Ereignis am 20. März 1811 in Paris "eine beispiellose politische Inszenierung für das Volk" gemacht, stellt diese historische Webseite fest.

Zwei Jahrhunderte später wird nun das Baby des Paares Bruni-Sarkozy das Licht der Welt erblicken, voraussichtlich so gegen den 30. Oktober und höchstwahrscheinlich in der exklusiven Klinik von La Muette im sechzehnten Bezirk von Paris. Nicht weit von den Tuilerien, wo der Sohn Napoleons auf die Welt kam. Diese neue Geburt wird wohl auch weiterhin für eine "sorgfältig konzertierte Propaganda" sorgen, die dann nahtlos in die Präsidentschaftswahlen übergehen wird, welche ein paar Monate später stattfinden. Man meint jedenfalls, auf dem richtigen Weg dorthin zu sein.

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